Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde: Hannoversches Heimspiel bei den Fünfjährigen
Nomen est omen: Der Hannoveraner Einfach Imposant B (v. Escolar-Westernhagen-Rubinstein I-Donnerwetter-Pik König-Frustra II, Hann. Stamm 239/Dohlenfürstin bzw. Cabanda, Z.: Daniela Burkhardt-Robert, Breitenbach-Gehau) hat nach der Qualifikation auch das Finale der fünfjährigen Dressurpferde bei den FEI WBFSH Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Verden gewonnen. Mit einer Gesamtwertnote von 92,6 Prozent setzte der pompöse Muskelprotz sich als letzter Starter an die Spitze des 15köpfigen Starterfeldes. Vorgestellt wurde er von Kira Laura Soddemann, Besitzer ist Dr. Peter Brenske, und das wurde er gewissermaßen „aus Versehen“. „Bei der Verdener Elite-Auktion im vergangenen Herbst sollten mein Mann und ich ein ganz anderes Pferd für einen Kunden von uns ausprobieren. Haben wir auch gemacht und haben uns dann noch ein paar andere Pferde angeguckt, ‚Impi‘ kam ziemlich spät dran, aber er hat mir sofort gefallen“, erzählt Kira Laura Soddemann. Sie habe ihn Probe geritten und ein ganz tolles Gefühl gehabt. „Dann ist es zum Glück so gelaufen, dass unser Kunde das ursprünglich angedachte Pferd nicht bekam und dann – fast aus Versehen, weil er unbedingt ein Pferd kaufen wollte – Impi gekauft hat.“ Seither habe Einfach Imposant B jede Prüfung gewonnen, der Besitzer ist begeistert von ihm und Kira schwärmt: „Er hat Schritt, Trab, Galopp und dazu auch noch ganz, ganz, ganz tolle innere Werte. Er ist entspannt, aber trotzdem engagiert und ehrgeizig.“ 9,5 für den Trab, jeweils 9,0 für Schritt und Galopp, 9,3 für die Durchlässigkeit und 9,5 für die Perspektive, ein außergewöhnliches Ergebnis. „Das Gefühl, was er mir im Viereck gegeben hat, war einfach super.“, fasst die Reiterin zusammen.
Der zweite Platz ging an Alexander Yde Helgstrand (DEN) mit dem Oldenburger Hengst Global Amour OLD (v. Global Player-Fürstenball-Plaisir d’Amour-Figaro, Oldbg. Stamm 11/Arole, Z.:Britta Budeus-Wiegert, Groß Nemerow/Mecklbg.). Der mittelrahmig wirkende Hengst war ein „Richtigmacher“, rückte von der Qualifikation (Platz vier) nun auf den Vize-Rang vor. Alexander Yde Helgstrand, kürzlich erfolgreich bei der U25 Europameisterschaft in Budapest, reitet den Hengst erst kurze Zeit; seit April 2026.
Jeweils Platz drei in Qualifikation und Finale (85,8 Prozent) ging an Alina Schneider im Sattel der letztjährigen Bundeschampionesse der vierjährigen Reitpferde, Weihe’s Happiness OLD (v. Dynamic Dream-Sir Donnerhall I-Don Schufro-Sandro Hit-Figaro-Vollkorn xx, Oldbg. Stamm 213/Weissena, Z. u. B.: Christine Arns-Krogmann, Lohne), eine Enkelin der berühmten Weihegold/Isabell Werth. Die Oldenburger Stute punktete am besten im Trab mit der 9,4, weiterhin erhielt sie Einzelnoten zwischen 7,2 und 9,0. Ihr Vater Dynamic Dream war der einzige Hengst, der es schaffte, mit zwei Nachkommen im Finale präsent zu sein. Damit waren zwei Oldenburger auf den Medaillenrängen. Vom Vorstand des Oldenburger Verbandes war in Verden allerdings niemand zu sehen, und sei es nur zum Daumen drücken.
Mit der 85,6 Prozent kam der schwarzbraune Wallach DSP Lord Löwenherz von Bellin (v. Lord Europe-United-Vasco-Rinaldo-Luitenant, Z. u. B.: MJS Gestüt von Bellin, Fehrbellin-Brunne/Brdbg.), Deutsches Sportpferd aus Brandenburg-Anhalt, auf Platz vier. Im vergangenen Jahr hat sich Lord Löwenherz bereits die Bronzemedaille auf den Bundeschampionaten verdient. Seine mütterliche Genetik ist niederländischen Ursprungs. Er ist ein Sohn des Lord Europe, der wiederum mit Ellen Richters Zwillingsschwester Leonie im internationalen Grand Prix-Sport erfolgreich ist und der noch mit drei weiteren Nachkommen bei den Sechsjährigen in Verden vertreten war.
Die weiteren Finalisten stammten ab von Revolution, Suarez, McLaren, Straight Horse Ramses, Magnum de la Fazenda, Jameson RS2, Le Formidable, Kjento, Secret und Down Town. Die Stutbücher Dansk Varmblod (Dänemark) und KWPN (Niederlande) stellten mit je vier Kandidaten den Löwenanteil der 15 Finalisten, gefolgt von Hannover und Oldenburg mit zwei sowie Schweden, Westfalen und Deutsches Sportpferd (Brandenburg-Anhalt), die je einen Vertreter qualifiziert hatten.