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von Claus Schridde am Sonntag, 30.08.2026 um 22:23

Gemischte Ergebnisse – Bonds-Söhne in Front

Bundeschampion Bonds in Gold  /  © Beelitz

Im Finale der vierjährigen Reitpferdehengste wurden die Karten sprichwörtlich noch einmal neu gemischt: keiner der sechs Kandidaten hatte am Ende den Platz aus der Qualifikation behaupten können. Die Dressurpferdeprüfung Klasse A, die vierjährigen Hengste allein auf dem großen 20 x 60er Viereck, hat sich auch bei den vierjährigen Hengsten als untaugliches Format erwiesen. Gerichtet wurde die Konkurrenz durch Catrin Wingender, Wolfgang Egbers und Katrin Burger. Letztere fungierte als kommentierende Richterin und konstatierte mehrfach: „Wir wissen das die Atmosphäre hier nicht so einfach ist!“ Diese Einschätzung war noch deutlich untertrieben. Am Ende standen zwei DSP-Söhne des Bonds ganz vorn, die beide im Galopp die Maximalnote 10 erhielten.

Von Platz vier der Vorrunde (9,03) nunmehr auf Platz eins vorgerückt war der DSP-Siegerhengst aus 2025 und DSP-Reitpferdechampion Darmstadt 2026, Bonds in Gold (v. Bonds-Goldberg-Rubin Royal-Gotland-Sekurit, Brdbg. Stamm 47/Pauline von Dargardt, Z.: Hendrik Niehe, Sieversdorf). Der bedeutende Dunkelfuchs im Besitz des Gestüts Pramwaldhof (Österreich) wurde durch die in Warendorf viel beschäftigte Sina Aringer (RFV. Ostbevern) präsentiert. Zweiter war der Sieger der Vorrunde, Be my Guest, DSP-Dunkelfuchshengst aus Baden-Württemberg in niederländischem Besitz (v. Bonds-Sezuan-Acodetto I-Calido I-Le Grand I-Fridericus-Credo, Holst. Stamm 1916, Z.: Zoe Sierks; B.: Van Bocksgrave Horses, Hapert/NED) mit Dionne Korringa. Der Anfang 2025 vom Oldenburger Verband gekörte Dunkelfuchs war Anfang Juli auch Landeschampion in Weilheim/Teck, machte sich einmal völlig frei, rannte los und zeigte insoweit starke Widersetzlichkeiten, die auch im Finale der Ponyhengste dreimal an der Tagesordnung waren. Mit einer gnädigen 7,5 für die Durchlässigkeit versehen, landete er bei 8,9.

Von Rang sechs nunmehr auf den Bronzerang (8,74) vorgerückt war der Westfalenfuchs in Marbacher Diensten, Danubio (v. Damaschino I-Dimaggio-Lord Loxley-Florestan I-Akitos xx, Westf. Stamm 469/Nizza, Z.: Karl-August Schulte Varendorff, Ibbenbühren) mit Linus Keller. Nach Platz zwei der Vorrunde nunmehr auf dem vierten Rang (8,64) landete der auf der Station Beckmann in Wettringen beheimatete Zacolar (v. Zanetti-Escolar-Newcastle-Goldlack I-Marconi-Abdulla-Sermon I, Hann. Stamm 173/Aslaug, Z.: Markus Schulze-Finkenbrink), zweites Pferd von Sina Aringer in dieser Konkurrenz. Hier gab es ein gellendes Pfeifkonzert der Westfalenfans und der Besitzer Mathieu Beckmann ließ seinem Zorn denn auch durchaus freien Lauf. Zwei Plätze eingebüßt hatte auch der Drittplatzierte der Vorrunde, Oldenburger Siegerhengst La Paix (v. La Vie-Sir Donnerhall I-Rubinstein I-Democraat, Westf. Stamm 421/Helma von Holthausen, Z.: Dr. Katharina Paschertz, Cloppenburg) mit Vanessa Crnadak, der nunmehr an fünfter Stelle landete (8,62) und in Diensten der Station Schockemöhle/Helgstrand steht. Platz sechs (Vorrunde Rang fünf) ging an den braunen Hannoveraner Salsero CF (v. Secret-Vivaldi-Rohdiamant-Ex Libris-Figaro- Kronprinz xx, Oldbg. Stamm 5/Angel II, Z. u. B.: Dr. Christine Feichtinger) mit Thomas Schulze (8,62).

Es bleibt zu hoffen, dass dieser vollkommen misslungene Versuch einer Reform der Reitpferdeformate bei den Bundeschampionaten ein einmaliger Ausrutscher war. Künftig also Rückkehr zu halben Noten, keine Einzelauftritte und Gebäudebeurteilung wie seit Jahrzehnten bewährt. Das hier war in Summe gar nichts. In einer Schulnote ausgedrückt: Setzen, sechs.

Claus Schridde (Redaktion)

Zuchtexperte, Fachjournalist, Züchter und Pferdemann durch und durch, mit schier unendlichem hippologischem Fachwissen bereichert er jede ZÜCHTERFORUM-Ausgabe, auch als Richter und „Mikrofon-Stimme“ bestens in der Szene bekannt.

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