Fiducioso rollt das Feld von hinten auf
25 Hengste waren zum 14-Tage-Test in Schlieckau angemeldet. 22 wurden angeliefert, und es war wie so oft: Die Letzten werden die ersten sein. Der schwarze Hannoveraner Fiducioso (v. Foundation-Dancier-Conteur-Weltmeyer, Z.: Guido Kamphorst, Nordhorn) aus dem Besitz des Gestüts Schafhof (Kronberg/Hessen) durchmaß wie ein König die Halle in Schlieckau und war mit 8,68 der Beste des Durchgangs. Ein Tritt wie der andere, immer in pompöser Selbsthaltung, unerschütterlich im Takt, gab es 8,83 in der Sparte Dressur. Die Fremdreiternote von 9,5 spricht für sich. Schon auf der Hannoveraner Körung war ein Geheimtipp, der vor Ort nun auch durch gute Springanlagen (8,0) überzeugte.
Dicht auf den Fersen (8,65) war ihm der Oldenburger Rappe Laudate Dominum (v. Lord Leatherdale-Fürst Fugger-King Arthur/T., Z.: ZG Gick u. Meiners, Garrel), der – obwohl als Dressurpferd gezüchtet – mit der Höchstnote 8,60 im Springen allen Springpferden (das waren allerdings nicht so viele) die Show stahl. Seine dressurbetonte Endnote lautete 8,41.
Gesamt-Dritter (8,10) und Dressur-Zweiter (8,71) war der Leuchte-Fuchs Marian von Bellin (v. Morricone I-Fidertanz-Donnerhall-Freiherr, Z.: Heike u. Volkmar Schadock, Wehnsdorf) aus dem Gestüt von Bellin (Fehrbellin-Brunne), der seit der Körung beim Schaufenster der Besten 2019 in Neustadt (Dosse) eine sensationelle Entwicklung genommen hat. Hoch sympathisch vom ersten Augenblick an, locker und dynamisch, absolvierte er mit hohem Selbstverständnis und offensichtlicher Arbeitsfreude seine Aufgaben und erntete fast ausschließlich 9er Noten.
Die Jury (in Schlieckau agierten Reinhard Wendt und Harry Lorenz) war nicht, wie in den Vorjahren, damit beschäftigt, möglichst 7,5 oder besser zu errechnen, sondern vergab (von der „Last“ der Mindestnote befreit) durchaus bei acht Kandidaten Endnoten unterhalb der ehemaligen Schallgrenze, aber dennoch in vielen Fällen sehr wohlwollend. CS