Feine Bella und der Rest der Welt
Auf dem Reitpferdeplatz steht die erste Championesse bei den Reitpferden fest: Mit einem Start-Ziel-Sieg holte die in jeder Hinsicht überragende Westfalen-Stute Feine Bella (v. Fürstenball-Bordeaux-Donnerhall-Rubinstein I-Frühlingsall-Pilatus) unter der erfahrenen Championatsreiterin Wibke Hartmann-Stommel. Das Gemeinschaftsprodukt von vier befreundeten Pferdezüchtern (Artmeier, Becker, Delling, Wiebbeck aus Witten) legte nach 9,5 aus der Qualifiktion noch mal ein „Schüppchen“ drauf: 9,6 lautete die Endnote, mit der Maximalbewertung von 10 für Galopp und Rittigkeit.
Zweite wurde die Oldenburgerin Verna Diamond OLD (v. Vivaldi-Don Diamond) mit Luca Sophia Collin, die das Publikum während der Vorstellung durch Fremdreiterin Bianca Nowag zu Standing Ovations hinriss, die kaum mehr enden wollten. Am Ende gab es 8,9 für die ausdrucksstarke Braune mit 9,5 in der Rittigkeit als Höhepunkt.
Federn lassen – wenn auch auf hohem Niveau – musste der Vorjahreschampion Rock Festival (v. Rock Forever I-Fürstenball-Wolkenstein III) mit seiner Züchterin und Besitzerin Joline Durand im Sattel.. Der Hannoveraner war in der Vorrunde noch mit 9,0 Zweiter gewesen; nun landete er mit 8,8 auf dem Bronzerang. Überhaupt wurde das Starterfeld im Finale noch einmal ordentlich durchgemischt: Kein einziges Pferd mit Ausnahme der Siegerin bestätigte den Platz aus der Qualifikation. Mehrere vermochten sich zu steigern, andere rutschten teils deutlich ab.
Eine Steigerung um 0,2 auf die Finalnote 8,7 gab es beispielsweise für die Viertplatzierte First Date OLD (v. For Dance-Weltmeyer-Brentano II-Woermann), die unter Veronika Steinhof 2020 Vize-Bundeschampionesse gewesen war. Dor Plätze fünf, sechs und sieben gingen ausnahmslos an Hannoveraner Pferde: Der Franziskus-Sohn Final Dream steigerte sich um zwei Positionen.
Sechster wurde der dunkelbraune Lord Legend (v. Libertad-Baroncelli), der im Herbst 2019 Prämienhengst der Mecklenburger Körtage gewesen war, seinerzeit ausgestellt durch René Tebbel. Er gab nunmehr ein hervorragendes Seitenbild ab, wobei die Gebäudenote 7,5 das Gesamtergebnis (alle Noten zwischen 8 und 9,5) negativ beeinflusste. Dabei bleibt nun fraglich, ob die Mecklenburger Körkommission den bunten Braunen vielleicht zu hoch eingeschätzt hat oder die „Watsch’n“ der Bundeschampionatsrichter zu hart ausfiel. Gerd Wolfgang Sickinger, der die Eindrücke der Jury betont sachlich in Worte kleidete, bemängelte die Formation des Halses, die nach Meinung der Juroren großzügiger hätte ausfallen dürfen.
Die Benicio-Tochter Bea, eine Dunkelfuchsstute mit hohen Sympathiewerten, rangierte auf Platz sieben. Hinter den Erwartungen zurück blieb die Oldenburger Morricone I-Tochter Mon Amour OLD, die nach Platz vier in der Qualifiktation (8,7) auf nunmehr 8,2 abrutschte. Grund dafür war eine „Unwucht“ im linken Vorderbein, das immer leicht ungleich auffußte und so den Eindruck einer geringgradigen Störung entstehen ließ.
Hinsichtlich der Besetzung der Finalprüfung war die Verteilung klassisch: Die Zuchtgebiete Hannover und Oldenburg, trditionell dominierend in den Reitpferdekonkrrenzen waren mit vier bzw. drei Pferden stark präsent, hinzu kam ein Pferd aus Westfalen: die neue Bundeschampionesse. CS