Vitalis-Sohn mit Bestnoten
Das Pilotprojekt der auf drei Tage verkürzten Veranlagungsprüfung, das heute im Westfälischen Pferdezentrum in Münster-Handorf zu Ende ging, sah quantitativ wie qualitativ ausgesprochen heterogene Starterfelder. Bei den dreijährigen Springhengsten traten zehn Kandidaten an. In der Altersklasse der Vierjährigen waren es elf Probanden. Mit fünf Teilnehmern stellten die vierjährigen Dressurhengste die kleinste Gruppe. Ihre um ein Jahr jüngeren Kollegen bildeten mit 20 Aspiranten das größte Lot.
Die dreijährigen Springhengste wussten beim Freispringen bis auf wenige Ausnahmen durchwegs zu gefallen, was sich größtenteils auch am Folgetag unter dem Sattel bestätigte. Mit der gewichteten Endnote von 8,57 setzte sich der Baltic VDL-Sohn Baltic Joy des niederländischen Züchters J.H. Nijhuis, der einer westfälischen Tochter des Chacco´s Son entstammte, an die Spitze. Als recht durchwachsen musste man das Niveau bei den vierjährigen Springhengsten ansehen. Hier waren doch einige Hengste am Start, die es dem Disziplinsachverständigen Hubert Uphus schwer machten, einen positiven Kommentar zu verfassen. So gewann man den Eindruck, dass einige Beschicker Form und Ausbildungsstand ihrer Hengste zuvor höchst subjektiv eingeschätzt hatten. Eine der rühmlichen Ausnahmen war der Cornet Obolensky-Sohn Cortez FZ aus der Zucht von Franka Zanetti, der die Prüfung mit der Endnote 8,48 als bester Teilnehmer abschloss.
Einen zwar durchschnittlichen, aber ordentlichen Eindruck hinterließen die meisten vierjährigen Dressurhengste. Hier ging die Bestnote an den Westfalen Imperial MT. Der bei Alfons Baumann geborene Sohn des Asgard´s Ibiza aus einer Davignon-Mutter zeigte sich sowohl unter seiner Stationsreiterin Laura Strobel als auch Fremdreiter Philipp Hess von seiner guten Seite und beendete die Prüfung mit einer 8,72.
Ein spannendes Duell um die Bestnote bei den dreijährigen Dressurhengsten lieferten sich gleich drei Kandidaten. Den Vogel schoss dann der bei der Zuchtgemeinschaft Werth geborene Vogue, ein Sohn des Vitalis aus einer Fidertanz-Mutter ab. Der von Helgstrand Germany ausgestellte Hengst kam auf die Endnote 9,33. Verantwortlich waren dafür in erster Linie die Noten für Trab, Galopp und Leistungsbereitschaft, die sämtlich bei einer 9,5 lagen sowie für die Rittigkeit, in der die Richtergruppe und der Fremdreiter gemeinsam eine 9,8 vergaben. Mit der Endnote 9,05 landete der Escamillo-Sohn Escaneno aus der Zucht von Tobias Schult, der in den letzten Monaten in doppelter Hinsicht für Schlagzeilen gesorgt hatte, auf Platz zwei. Der Prämienhengst der Westfälischen Hauptkörung Ende November war seinerzeit positiv auf die Dopingsubstanz Fluphenazin getestet worden, was ihn Titel und Körung kostete. Erst im Frühjahr konnte er im Rahmen einer Nachkörung ein positives Körurteil erlangen. Das drittbeste Ergebnis bei den dreijährigen Dressurhengsten lieferte Geronimo G, ein Sohn des Glamourdale aus der Zucht des Gestütes Grasekamp ab, der die Prüfung mit der Endnote 9,01 beendete.
Thomas Hartwig