Holstein bekommt neuen Vorsitzenden
Holsteins Delegierte trafen sich am Montagabend in Neumünster zu ihrer Versammlung und um die Position des ersten Vorsitzenden neu zu bestimmen. Hinrich Romeike, der die Verbandsführung im Frühjahr 2021 angetreten hatte, stellte sich nicht zur Wiederwahl. Als einziger Kandidat ging Ulrich Steuber ins Rennen um den Verbandsvorsitz und wurde einstimmig von den Delegierten gewählt. In seinen Dankesworten betonte der neue erste Vorsitzende seinen konstruktiven Gestaltungswillen aber auch die große Verantwortung, die er den Züchtern und Verbandsmitgliedern gegenüber empfinde. Ebenfalls gewählt wurde ein erster und ein zweiter Beisitzer im Vorstand. In seinem Amt bestätigt wurde Herr Dieter Feddersen, der für eine dreijährige Amtsperiode wiedergewählt wurde. Neu in das Amt eines Beisitzers und damit als Nachfolger für Harm Sievers, der vor einigen Monaten als Beisitzer zurückgetreten war, wählten die Delegierten Herrn Jürgen Schaffner für eine einjährige Amtsperiode. Zudem wurde Jochen Ahsbahs in Abwesenheit zum Good-Governance-Beauftragten gewählt.
In relativ entspannter Grundstimmung hatten die Delegierten vor allem eine ungeliebte aber notwendige Pflichtaufgabe zu erfüllen indem ein wahrer Berg an Satzungsänderungen abzuarbeiten war. Waren die meisten eher redaktioneller Natur, so gab es auch spannende Neuerungen, so etwa die Möglichkeit zukünftig Dopingvergehen bei Zuchtveranstaltungen auch mit einem Bußgeld belegen zu können. Bis zu 50.000,- Euro können bei nachgewiesenem Doping als Disziplinarmaßnahme zukünftig ausgesprochen werden. Allerdings machte Zuchtleiter Stephan Haarhoff auch deutlich, dass diese Obergrenze selbstverständlich den besonders drastischen Vergehen vorbehalten bleiben soll.
Neben der Pflichtaufgabe der Satzungsänderungen, gab es gewissermaßen auch die Kür. So wurde über die wirtschaftliche Situation und die Entwicklung des Verbandes berichtet. Grundsätzlich sieht man sich in Holstein vor dem Hintergrund einer positiven Liquiditätsentwicklung gut gerüstet. Doch sowohl der scheidende Geschäftsführer des Verbandes und der Vermarktung, Roland Metz als auch der zweite Vorsitzende, Dr. Max Slawinski mahnten gewissermaßen zur Vorsicht. So stellt das aktuelle Wirtschaftsjahr durch die Terminverlegung der Körung in den Februar 2023 den Verband vor eine schwierige Situation, entfällt doch für dieses Jahr der Umsatz des Hengstmarktes. Gleichzeitig stehen auch unaufschiebbare Investitionen an, so muss beispielsweise das Dach der Elmshorner Dressurhalle von Grund auf saniert werden.
Einige Anträge, die eine modernere, digital-affinere und transparentere Verbandsstruktur zum Ziele hatten wurden kontrovers diskutiert, fanden letztlich aber nicht die Zustimmung der Delegierten.
Betont wurde in der Versammlung abschließend der Wunsch und Auftrag an den Vorstand nach einer langen Phase der Unruhe im Verbandsgeschehen durch konstruktive und kooperative Vorstandsarbeit die Geschicke des Verbandes zukünftig in ruhigeres Fahrwasser zu lenken.
Einen ausführlichen Bericht zur Holsteiner Delegiertenversammlung finden Sie in der Juli-Ausgabe des Züchterforum