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Samstag, 26.11.2022 um 15:56

Neue Gene für die Landgestüte

Die Moritzburger Hengsttage
© honorarfreie Nutzung des Bildes
24 Hengste der Rasse „Schweres Warmblut“ standen im äußerst informativ gestalteten Körkatalog der „Moritzburger Hengsttage“ am letzten November-Wochenende, abstammend von 15 verschiedenen Vätern aus sieben unterschiedlichen Hengstlinien und 17 verschiedenen Stutenfamilien.14 von ihnen trugen die Rappfarbe, fünf Braune waren darunter, drei Schwarzbraune und zwei Dunkelbraune. 23 traten vor an beiden Tagen vollem Haus an, ein Hengst wurde während der Veranstaltung zurückgezogen. Von den verbliebenen 22 erhielten sechs ein positives Körurteil der fünfköpfigen Körkommission, der neben Christian Kubitz (Zuchtleiter Sachsen), Antje Lembke (Zuchtleiterin Brandenburg-Anhalt), Christoph Günter (Vorsitzender), Lydia-Romy Heider (Zuchtleitung Thüringen) und Jakob Degenhardt angehörten. Prämiert wurden zwei Kandidaten. Nicht nur der Vergleich zum Vorjahr (21 Hengste, sieben gekört, drei prämiert) deutet an, dass es insgesamt schon stärkere Jahrgänge gegeben hat. So war auch die Meinung der Experten in der vollbesetzten Reithalle des Landgestüts, die ab 2025 durch einen lange geplanten Neubau abgelöst werden soll, für den am Tage vor der Körung der erste Spatenstich erfolgt ist.Der Körablauf umfasste vier Besichtigungen: Pflastermusterung, Freilaufen, Longieren und Dreiecksbahn mit Schrittring und Ergebnisverkündung. Siegerhengst wurde letztlich der bedeutend aufgemachte braune Sohn des Cadett (M. v. Elbling-Underberg-Eitel, Z. u. B.: Danilo Grabowsky, Kottmar), der künftig als Landbeschäler in Moritzburg wirken wird und dessen Vollbruder Cadett Royal 2021 gekört worden war. Er überzeugte durch seinen guten Typ, lockere Darstellung im Trabe und beste Bergauftendenz im Galopp. An der Longe hinterließ er ebenfalls einen erstklassigen Eindruck. Neben weiteren Ehrenpreisen gibt es für den Züchter des Siegerhengstes den seit 2020 ausgelobten Wanderehrenpreis, ein großformatiges Ölgemälde des Hengstes Elbcapitän vom Künstler Manfred Busemann, der nun ein Jahr einen Ehrenplatz im Hause Grabowsky haben wird.Vier Neue für MoritzburgLandstallmeisterin Dr. Kati Schöpke erwarb zudem noch den zweiten Prämienhengst und folglich Reservesieger, einen stets elastisch auftretenden Rapp-Sohn des Unicum (M. v. Elbcapitän-Lord I-Erbe, Z. u. B.: Konrad Lenk, Mögeln) für die SW-Population in Sachsen-Thüringen. Ein Hengst, der am ersten Tag wie der strahlende Sieger aussah, jederzeit Herr der Lage und mit selbstbewusst-souveräner Darstellung im Freilaufen, die Szenenapplaus hervorrief. Nach einer bedauerlicherweise seitens der Longenführerin vollkommen misslungenen Präsentation am Finaltag war es am Ende immerhin noch der zweite Platz für den Strahlemann aus dem schmalen und doch so wertvollen Mannesstamm des Usurpator xx.Unter Moritzburger Patronat gehen auch der aus dänischem Mutterstamm gezogene Sohn des Veltin (M. v. Golden Eye-Markant-Roots xx, Z. u. B.: Karl Josef Montag, Martinfeld/Thür.), der am zweiten Tag an der Longe deutlich Punkte gutmachte,  ferner der großlinige, mit viel Elastizität bedachte Rappen von dem Dänenhengst Tito Hedegaard (M. v. Lombardino-Elixier-Elton Son, Z.: Ursula Heinemann, Magdeburg; Ausst.: Gestüt Noschkowitz Frank Weichold, Großweitzschen). Beide bringen durch die dänische Genetik neue Impulse in die geschlossene Population des Schweren Warmbluts.Rarität für CelleErstmals war auch der Celler Landstallmeister Dr. Axel Brockmann in Moritzburg zu Gast und erwarb einen ausgesprochen typvollen, großlinigen Rappen von Mylord (M. v. Valentin-Colombo-Erbe), der den mit Abstand besten Schritt aller Körkandidaten demonstrierte. Das Landgestüt Celle betreut im Gebiet Weser-Ems/Ostfriesland mit seinen schweren Warmblütern inzwischen 75 Stuten pro Jahr, mit in den letzten Jahren stets steigender Tendenz. Die Genetik ist selten: Das ursprünglich im Mannesstamm auf den einstigen Moritzburger Vollblüter Mio xx zurückgehende Blut der Vaterseite gilt als etwas ganz Besonderes.Gekört wurde weiterhin ein bereits dreijähriger und leistungsgeprüfter Rapp-Sohn des Hengstes Espresso (M.v. Lombard-Ellington-Edano I, Z.: Christian Nicklisch, Großenhain; Ausst.: Kati Einemann, Hude/Oldbg.), der an der Longe einen sehr souveränen Eindruck hinterließ. Er war 2022 der einzige ältere Hengst in der Kollektion.Auffällig war die unterschiedliche Hufbeschaffenheit der Körkandidaten. Ein Kandidat ging komplett unbeschlagen, 13 hatten gemäß der Empfehlung des Verbandes zwei Eisen vorn, und acht Körkandidaten waren rundherum beschlagen. Da sie überwiegend in Fahrställen zur Körung vorbereitet und ausgebildet worden sind, erklärt sich der Beschlag. Die meisten der Köraspiranten waren auch bereits im Gespann leicht gearbeitet. Die Körkritik hielt der Bundestrainer Fahren, Karl-Heinz Geiger (Rechtmehring/Bayern), der sich freute, im Publikum etliche engagierte Gespannfahrer erkannt zu haben. "Ich denke wir haben hier etliche potenzielle Leistungssportler für den künftigen Fahrsport gesehen, auch wenn nicht alle das Klassenziel als Hengst erreicht haben!"Als bester Vorführer der Veranstaltung wurde Sascha Zilske vom Landgestüt Moritzburg mit dem 300-Euro-Scheck des ZÜCHTERFORUMS geehrt. Und einen Sonderpreis gab es spontan auch für den besten Peitschenführer der Veranstaltung, nämlich Niklas Kretschmer (13), der das begehrte Metallschild mit der Sachsenkrone erhielt.Nachdem das letzte Novemberwochenende langjährige Tradition für die Körung der Schweren Warmblüter hatte, verschiebt sich der Körtermin 2023 auf das dritte Adventswochenende, nämlich den 15. und 16. Dezember. Claus Schridde
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