Pferde mit Schaufeln und Mistgabeln misshandelt
Ein Tierschutzskandal, der in seinen Dimensionen kaum fassbar ist, erschüttert zurzeit die Pferdeszene nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Am Mittwochmorgen rückte die Kreisveterinärbehörde Warendorf mit Unterstützung der Polizei auf einem Pferdebetrieb in Lette-Oelde an, um 15 Pferde aus einem lang anhaltenden Martyrium zu befreien und in anderen Ställen unterzubringen.Einstallern auf dem Betrieb war aufgefallen, dass sich das Verhalten ihrer Pferde unerklärlich veränderte und sie auch häufig Verletzungen hatten, die nicht nachvollziehbar waren. Daraufhin installierten sie heimlich mehrere Video-Kameras, um zu dokumentieren, was im Stall und auf den Weiden passierte. Die Filmaufnahmen zeigen, dass der Stallbetreiber angebundenen Pferden mit einer Schaufel auf den Kopf schlägt oder sie mit einer Mistgabel in die Hinterhand sticht. Ein anderes Pferd steht maximal eng ausgebunden in einer Box. Nach Vorlage des Video-Materials am Dienstag bei der Kreisveterinärbehörde Warendorf wurde umgehend mit Hilfe der Polizei die Beschlagnahme der Pferde eingeleitet. Eine bekannte Pferdespedition aus der Region sorgte dafür, dass elf Pferde des Betreibers sowie vier Einstaller-Pferde auf verschiedenen Reitanlagen in der Nähe untergebracht werden konnten. Da der Stallbetreiber auch über Schusswaffen verfügte, beschlagnahmte die Polizei drei Gewehre. Für Andreas Witte, Leiter der Kreisveterinärbehörde Warendorf, der selbst Reiter ist, liegt aufgrund der Beweislage ein eindeutiger Verdacht für Straftaten vor. Seine eigenen Pferde wird der Betreiber vorerst nicht zurückerhalten. Gegen ihn wurde aktuell ein Haltungs- und Betreuungsverbot ausgesprochen. Mehr zu dem Fall in der März-Ausgabe des Züchterforums. TH
Ein Video vom WDR zeigt Ausschnitte des verdeckt erstellten Materials HIER