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Donnerstag, 23.11.2023 um 10:09

Dänischer Fernsehbericht entwickelt Sprengkraft

Schockierende Bilder durch Investigativ-Recherche zum Unternehmen Helgstrand Dressage in Dänemark
Bislang auch auf deutschen Zucht- und Sportveranstaltungen ein gern gesehener und vor allem oft zahlungskräftiger Gast - Andreas Helgstrand. Foto: Bischoff  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

Am gestrigen Mittwoch wurde in der Dänischen Fernsehsendung Operation X der erste Teil einer Fernsehsendung mit dem Titel, „Die Geheimnisse des Pferdemilliardärs“ ausgestrahlt. Am kommenden Mittwoch soll Teil 2 folgen, der in Dänemark auch online in einer Mediathek verfügbar ist. Das Videomaterial aus dem Unternehmen Helgstrand Dressage in Dänemark, ist im Rahmen einer Investigativ-Recherche entstanden und zu großen Teilen mittels einer versteckten Kamera durch eine Journalistin aufgenommen worden, die sich als vermeintliche Pferdepflegerin durch das Unternehmen hat anstellen lassen. Was dann zu sehen ist, ist nicht zu vergleichen, etwa mit dem Videomaterial das in Deutschland im Zuge der Recherche des Team Wallraff auf der Anlage von Ludger Beerbaum entstand. Es werden Verletzungen an und im Maul dokumentiert, es sind Reiter zu sehen, die auf ausgesprochen rüde Art und Weise Pferde im Training behandeln, so werden unter anderem mit weit ausholenden Bewegungen der Unterschenkel beidseits des Reiters die Sporen in den Pferdeleib gerammt. Pferde sind mit Schlaufzügeln in teils extremer Hyperflexionshaltung zu sehen, beim reiten und in einem Fall auch beim longieren auf extrem engem Zirkel. Wobei besonders auffällt, dass es sich nicht um einzelne Reiter-Pferde Paare handelt. Beinahe ausnahmslos sind fast alle Pferde mit Schlaufzügeln ausgestattet zu sehen. Dabei lässt sich in einigen Fällen eine Handeinwirkung beobachten, die dazu führt, dass deutlich sichtbar der Pferdekopf fortgesetzt von links nach rechts hin und her geriegelt wird. Auch lässt sich in keiner Videosequenz erkennen, dass die Reiter sich untereinander in ihrem Verhalten mäßigend beeinflussen würden oder von außen, etwa durch einen Trainer/Supervisor mäßigend oder korrigierend eingewirkt würde. Es entsteht der zwingend anmutende Eindruck hier wird eine übliche Unternehmenskultur ausgelebt. Zu sehen sind weiterhin Striemen auf einem Pferd, wie sie nach dem exzessiven Gebrauch einer Gerte/Peitsche zu erwarten wären. Die ebenfalls dem Videomaterial zu entnehmenden Äußerungen des Pfleger-Personals lassen nur den Schluss zu, dass sich hier alle beteiligten Personen jederzeit über die Bedeutung ihres Tuns im Klaren sind. So werden Sporenwunden offensichtlich mit Schuhcreme überdeckt, wenn sich Kunden angemeldet haben und auch der Gebrauch von Schlaufzügeln wird offensichtlich während der Anwesenheit von Kunden untersagt. Ebenfalls wird deutlich das die Reiter von den Pflegern über die blutenden Pferdemäuler informiert werden. Immer wieder werden verschiedene Expertinnen und Experten zu den Videosequenzen befragt, die sich unisono schockiert zeigen. Neben den verdeckten Videoaufnahmen, wird auch der Aufstieg des Unternehmens, seine Außendarstellung gezeigt, sein Umgang mit Angestellten und auch Geschäftspraktiken von Andreas Helgstrand werden kritisch beleuchtet. Andreas Helgstrand wurde vom Team des Fernsehmagazins Operation X nach deren Angaben mehrfach ein Interviewangebot unterbreitet, das er augenscheinlich ablehnte. Stattdessen übermittete er ein schriftiches Statement in dem es heißt: „„Wir können nicht leugnen, dass das hier passiert ist. Und wenn wir sehen, dass Fehler gemacht worden sind, werden wir sie natürlich korrigieren. Wir müssen aus der Kritik, die an uns herangetragen wird, lernen und uns weiterentwickeln. In diesem Fall haben wir genau das getan. Als Ergebnis haben wir unsere Richtlinien für das Wohlergehen der Pferde und das Reiten, unsere Geschäftspraktiken und unsere Mitarbeiterbedingungen verbessert“. Zuvor hatte Andreas Helgstrand erfolglos versucht in zwei Instanzen die Ausstrahlung des Fernsehbeitrags gerichtlich untersagen zu lassen.

Erste Reaktionen

Der Dansk Ride Forbund also die nationale dänische Reitervereinigung hat zu der Fernsehsendung ein erstes Statement publiziert in dem der Ausschluss von Andreas Helgstrand aus dem Dänischen Kader bekannt gegeben wird. Darüberhinaus wird bekannt gegeben, das sämtliche Kooperationen mit dem Unternehmen Helgstrand Event mit dem DRF ende. Helgstrand Event ist eine Veranstalterfirma, die zum Konglomerat der Global Equestrian Group gehört und damit auch zu dem vom Niederländischen Finanzinvestor Waterland mit-getragenen Gesamt Unternehmenskomplex. Weiter heißt es beim DRF „Daher hat der Vorstand der DRF am Mittwochabend auch beschlossen, die Zusammenarbeit mit Helgstrand Event bei der Durchführung von B-Wettbewerben sowie nationalen und internationalen Meisterschaften bis auf Weiteres einzustellen. Im Jahr 2024 gehören dazu die dänischen Meisterschaften in der Dressur für Senioren und U25-Reiter sowie die Para-Dressur im Mai, und es geht um die Austragung der Nordischen Meisterschaften in Dressur, Springen, Para-Dressur und Voltigieren im Juni.“ Darüber hinaus habe man sich entschlossen, auch der FEI nahezulegen die getroffene Kooperationsvereinbarung zwischen Helgstrand Event und der FEI, zum EEF-Nationenpreises im Springreiten im Mai, im Lichte der beiden Ausstrahlungen zu überdenken.

Das Statement im Original finden Sie HIER. (in dänisch und englisch)

 

Eine Reaktion deutscher offizieller Verbandsvertreter ist derzeit noch nicht bekannt. Immerhin ist das Unternehmen in Deutschland einer der großen und relevanten Hengsthalter. Während die Übertragung in weiten Teilen der digitalen Welt ein großes Echo auslöste, muss man derzeit feststellen, dass aus den Kreisen internationaler Reiterinnen und Reiter bislang vor allem Schweigen zu vernehmen ist.

Update: Die dänische Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse gibt bekannt, dass sie Andreas Helgstrand und die in der Fernsehsendung Operation X gezeigten Reiter bei der Polizei von Nordjütland wegen des Verdachts der Tierquälerei angezeigt hat. Die Tierschutzvereinigung erklärt nach dänischem Recht seien Verstöße gegen das dänische Tierschutzgesetz in dem von diesem Fall betroffenen Abschnitt mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren hinterlegt. Besonders schwer wiege unter anderem der Eindruck, dass die Pferde trotz bereits bestehender Verletzungen offenbar unverändert mit gleichem Geräteeinsatz wie es heißt, weiter trainiert worden seien. Das Statement im Original finden Sie HIER.

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