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von Mona-Sophie Wieland am Dienstag, 30.07.2024 um 16:30

Paris: Frederic Wandres und Bluetooth als zuverlässige „Pathfinder“

Frederic Wandres und Bluetooth schnappten sich ein Finalticket.  /  © Lafrentz

Die Medaillen bei den Vielseitigkeitsreitern sind vergeben und ganz Baden-Württemberg ist noch im echten „Goldrausch“. Was war das gestern für eine Meisterleistung von unserem „Michi“. Als erster Vielseitigkeitsreiter hat er sich vier Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gesichert. Hut ab! Doch in Versaille heißt es jetzt nicht ausruhen. Nein, vielmehr ging es heute mit einer großen Portion Spannung weiter. Die Dressurreiter sind in die Olympischen Spiele gestartet.

Vorneweg: Bevor man sich die Ergebnisse des Grand Prix‘ anschaut, sollte man das Qualifikationssystem für die nächsten „Dressur-Tage“ verstehen. Der Grand Prix erstreckt sich über zwei Tage, wobei dieser in sechs 10er-Blöcken eingeteilt ist. Jeweils die beiden Besten je Block sind für den Start in der Kür gesetzt. Zudem erhalten die über Ergebnisse sechs bestplatzierten Reiter ebenso einen Kürplatz. Für die Mannschaftsentscheidung agiert der Grand Prix nur als Qualifikationsprüfung. Die zehn besten Mannschaften aus dem Grand Prix ziehen dann in den Grand Prix Special ein, wo die Teammedaillen schließlich vergeben werden. Komplizierte Sache, aber aus deutscher, ja sogar baden-württembergischer Sicht, gab es heute zugleich Grund zum Aufatmen.

Finalticket für Frederic Wandres

Frederic Wandres sicherte sich mit Bluetooth in „seiner“ Gruppe eines der heißbegehrten Kürplätze und darf sich nun also auf einen Start im Grand Prix Special und in der Grand Prix Kür freuen. Auch für das deutsche Team agierte er als wahrlich zuverlässiger Pathfinder oder wie er es selbst beschrieb: „Ich war sehr happy. Ich war jetzt der erste deutscher Starter und kann jetzt im Nachhinein sagen, dass ich über die Startreihenfolge ganz glücklich war. So konnte ich nun für uns alle ein bisschen Stadionluft schnuppern und gucken, wie es so steht. Ich persönlich war sehr happy. Ich hatte keinen technischen Fehler“. Die Runde der beiden zeigte sich sehr sicher. Besonders hervorzuheben waren die dynamischen Trabverstärkungen mit hoher Schubkraft aus dem Hinterbein und bestem Seitenbild. Auch die Piaffen gelangen aktiv abfußend und mit der notwendigen, leichten Senkung der Kruppe. Die Passagen hätten sich hier und da aus dem Hinterbein noch aktiver abfußend zeigen können. Hinzu kamen sichere und gut nach vorne gesprungene Einer- und Zweierwechsel. Leider fiel der 14-jährige Wallach nach den Einern kurz aus, was wertvolle Punkte kostete. Denn dieser kleine Schönheitsfehler drückte die Note der doppelzählenden und eigentlich gelungenen Einerwechsel. Auch in den darauffolgenden Galopppirouetten hätte Bluetooth noch aktiver durchspringen dürfen. Auch Frederic Wandres resümierte: „Ich hatte eine Kleinigkeit zwischen den Lektionen im Galopp, das schlägt sich natürlich auch irgendwo in den Noten hier und da wieder. Das müssen die Richter mitbewerten, das ist klar, aber es war nicht so, dass eine Lektion kaputt war. Ich denke, dass das ein mini Wake up war für Samstag. Aber das ist für mich easy abzustellen. Und alles andere war gut, er ist schön piaffiert, ich konnte gut zum Schritt durchparieren, er ist gelassen Schritt gegangen und im Trab hatte ich ein schönes Gefühl, er war geschmeidig und leichtfüßig, ich bin sehr happy mit ihm.“ Alles in allem durfte sich der gebürtige Baden-Württemberger über starke 76,1 Prozent freuen. Dieses Ergebnis toppte nur der Däne Daniel Bachmann Andersen mit Vayron. Den Wallach kennt man noch unter dem Sattel von Helen Langenhanenberg. Heute punktete das dänische Paar mit sehr dynamischen Verstärkungen, aktiv abfußenden Passagen, weit kreuzenden Trabtraversalen und sicheren Serienwechseln. Die Piaffen gelangen nicht ganz sicher geschlossen auf der Stelle. Mit 76,9 Prozent führte er die Gruppe B an und zieht gemeinsam mit Frederic Wandres in die finale Kür ein.

Starke Dänen

Nanna Merrald Skodborg und Zepter führten die Gruppe A an.  /  © Lafrentz

Apropos Dänemark: Im Hinblick auf die Mannschaftsentscheidung sollte man die Dänen wahrlich auf der Rechnung haben. Nanna Skodborg Merrald und Zepter legten gleich als zweite Starterin eine starke Runde aufs Parkett und punkteten sich mit glatt 78 Prozent nicht nur zum Sieg in Gruppe A, sondern ebenso zur Tagesbestergebnis. Die Dänin und der große Fuchs zeigten ebenso eine sehr sichere Runde, wobei die Highlights in den sicher ins Bergauf gesprungenen Serienwechseln, der zweiten Galopppirouette mit hoher Lastaufnahme und guten Passagen lag. Die Piaffen gelangen heute noch nicht immer ganz gleichmäßig abfußend. Dinja van Liere, die WM-Bronzemedaillengewinnerin von Herning, punktete sich mit Hermes zu 77,7 Prozent und damit zu Platz zwei in Gruppe A. Auch sie brillierte durch höchste Lektionssicherheit und punktete einmal mehr in den Piaffen und Passagen sowie den Übergängen. Über die gesamte Prüfung hinweg hätte der Hengst noch besser über den Rücken gehen können. Carl Hester mit Fame kann nun als Drittplatzierter der Gruppe A (77,3 Prozent) auf eine Platzierung unter den besten Sechs hoffen. In Gruppe C sicherten sich Becky Moody mit Jagerbomb (74,9 Prozent)  und Patrik Kittel mit Touchdown (74,3 Prozent) einen Kürplatz. Erstere wusste im englischen Team als Nachrückerin für Charlotte Dujardin wahrlich zu überraschen.

Wie geht's weiter?

Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera starten am Mittwoch um 15.20 Uhr bei den Olympischen Spielen.  /  © Lafrentz

Morgen heißt es aus deutscher Sicht um 11.25 Uhr für Isabell Werth und Wendy sowie um 15.20 Uhr für Jessica von Bredow-Werndl mit TSF Dalera die Daumen zu drücken. Aus dem Grand Prix ziehen dann die besten zehn Mannschaften in den Grand Prix Special am Samstag ein. Hier werden die Mannschaftsmedaillen vergeben. Am Sonntag werden dann die Einzelmedaillen in der Grand Prix Kür vergeben.  

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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