Start-Ziel-Sieg für Havertz
Trakehner Hengstmarkt 2024 Neunmünster
39 Hengste umfasste der Körkatalog beim 62. Trakehner Hengstmarkt, 38 von ihnen traten an und gekört wurden letztlich 15, von denen sieben mit dem Prämientitel ausgezeichnet wurden.
Zum Siegerhengst erkor die Kommission den braunen Havertz (v. Blanc Pain-Millennium-K2-Schwadroneur, Fam. O178A Hasta, Z.: Michaela Böhn, Harsefeld, B.: Nicole Derlin, Travenbrück), in Neumünster präsentiert von Anna Wolf. Es war ein Start-Ziel-Sieg von Anfang bis Ende: Bereits auf dem Pflaster war Havertz das Pferd mit dem meisten Szenenapplaus und vermochte sich von Auftritt zu Auftritt zu steigern. Die Züchter haben noch eine Vollschwester aus 2024 im Stall, die nicht verkäuflich ist. Die Aufzüchterin Nicole Derlin sagt "Ein unbeschreibliches Gefühl, hier den Siegerhegst zu stellen. Ich bin regelrecht sprachlos!"
Und bei der Auktion behiet Albert Sprehe den längsten Atem: In einem packenden Bieterduell mit einem Interessenten aus Hessen hielt er durch bis zum Zuschlagspreis von 420.000 Euro. Havertz geht damit im Gestüt Sprehe im oldenburgischen Löningen-Benstrup in den Deckeinsatz.
Sieben Prämienhengste
Als erster Reservesieger wurde der in Dänemark gezogene Go Magic (v. Helium-Friedensfürst-Sixtus-Kostolany, Fam. O177 Gundel/Schlemminger-Grabau, Z. u. B.. Jens Bloch u. Karin Ravnkilde Jensen, Rödding/DK) proklamiert, der unverkäuflich war.
Nicht nur prämiert, sondern auch mit mehreren Sonderpreisen bekränzt war der stets sympathisch auftretende Fuchs Schneebaron (v. Asagao xx-Mon Baron-Michelangelo-Valerian, Fam. O35A1 Schwalbe-Gestüt Rantzau; B.: Jort Krooijman, Sefferweich). Der Züchter Dr. Paul Wimmer (Gammelsdorf) erhielt den Eberhard-von-Velsen-Gedächtnispreis für den Hengst mit dem höchsten Edelblutanteil, und Schneebaron wurde außerdem als bester Springhengst der Körung besonders ausgezeichnet. Mit einem Zuschlagspreis von 100.000 Euro war das der teuerste Halbbluthengst der letzten Jahrzehnte auf deutschen Körplätzen Prämiert wurden weiterhin die Hengste Zauberbaron (v. Integer-Interconti-Caprimond-Mahagoni, Zuschlagspreis 100.000 Euro, Niederlande), Forlan (v. Rheinglanz-Perpignan Noir-Montafon-Trocadero), King Charles (v. Rheinglanz-His Moment-Saint Cyr-Freudenfest, Zuschlagspreis 50.000 Euro) und Sutherland (v. Saint Cyr-Touch My Heart-Imperio-Exclusiv, Zuschlagspreis 70.000 Euro).
Unentschlossen
Den Unsinn des Urteils "vorläufig nicht gekört" gibt es nur noch bei den Trakehnern, ansonsten auf keinem anderen Körplatz. Dieses Jahr traf es am Samstagmorgen den locker trabenden und famos springenden Schimmel Ballytrent, Sohn des Göteborg, dem (oder besser dessen Besitzern) die Kommission aufgab, nach bestandener Prüfung noch einmal vorgestellt zu werden, und auf dem nachmittäglichen Endring - als alle anderen bis dahin qualifizierten Hengste das finale "Go" erhielten - ereilte es zudem den schwarzen Schäplitzer-Nachkommen Glenwood Park. "Vorläufig nicht gekört" ist so eine Art Binsenweisheit ("Ich wasch Dir den Pelz, aber mach Dich nicht nass!"), denn heutzutage kann jeder Hengst erneut vorgestellt werden, es bedarf dazu keiner besonderen Empfehlung zur Ablegung einer HLP. Diese in Trakehner Kreisen immer mal wiederkehrende Attitüde zeigt höchstens mangelnde Entschlussfreudigkeit der Trakehner Kommission.
Auffallendes Kriterium war in diesem Jahr der oft tiefe und mitunter auch lange Rücken, ein Manko, das vor etwa 30 Jahren exemplarisch oft vorkam, im Laufe der Jahrzehnte dann immer weniger auffällig war und nun doch mit einer gewissen Häufigkeit zurückkehrte. Damit einher ging oft eine schleppende, inaktive Hinterhand. Dem Publikum war's egal, in Neumünster wird ohnehin jedes Pferd gefeiert.
Niklas Schulte-Märter erhielt den begehrten 300-Euro-Scheck des ZÜCHTERFORUMS als bester Vorführer der Körung.
13. Trakehner Dressur-Championat:
Der Sieger heißt Speedway
Sechs Paare gaben sich zum diesjährigen TSF-Dressurchampionat ein Stelldichein. Den Sieg in der Final-Kür holte Kim Lingelbach mit dem zehnjährigen Hörsteiner Hauptvererber Speedway (v. Schwarzgold-Anduc). Zweiter wurde der Schimmelwallach Silverstone (v. Hopkins-Kasimir TSF, Z. u. B.: August Camp, Geldern) mit Lydia Camp im Sattel. Der dritte Platz ging an Moritz Gehrmahn mit der Millennium-Tochter Sublime. Diese drei sind am Samstag im Kür-Finale zu sehen. Als Richter fungierten Ulrike Böckler (Bottrop), Cornelia Albrecht (Celle) und Ulrike Zobel (Trittau).