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von Stephan Bischoff am Sonntag, 23.03.2025 um 18:20

Abschied von Horst Ebert

Trakehner Erfolgszüchter ist nach längerer Krankheit verstorben

Sich gemeinsam mit Familie und Weggefährten über die Erfolge seiner Trakehner freuen, das war Horst Eberts ganzes Glück.  /  © Bischoff

Mit Horst Ebert verliert nicht nur die Trakehnerzucht, sondern die gesamte deutsche Pferdezucht einen engagierten und erfolgreichen Pferdezüchter, einen streitbaren Kämpfer für die Anliegen der Stutenhalter und einen immer zutiefst sozial eingestellten Menschen mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsempfinden. Im Jahr 1938 geboren, hatte Horst Ebert sich über etliche Jahrzehnte eine Trakehner Leistungszucht aufgebaut, die ohne zu übertreiben, weltweiten Bekanntheitsgrad erlangte. Dabei wurde sein züchterisches Tun getragen von der Überzeugung der eigenen Vision zu folgen, die sich immer am Bedarf des Sports ausrichtete. „Groß müssen sie sein, ein 20x60er Viereck auch füllen können und Gang müssen sie haben!“ Das war eine der Kernüberzeugungen seines züchterischen Schaffens. Dabei setzte Horst Ebert auch Pläne gegen noch so große Widerstände um. Egal ob es eine Bedeckung seiner Stute durch einen ausgesuchten Vererber im Natursprung war, auch wenn dieser in Österreichischen Höhenlagen beheimatet war, oder ob es die Nutzung eines Vollblüters war, lange bevor andere Züchter diesen nutzten. Wenn Horst Ebert sich nach reiflicher Überlegung ein Ziel gesetzt hatte, dann setzte er es auch um. Prägende Hengste und Stuten sowie erfolgreiche Sportpferde waren dabei sein schönster Lohn. Der unvergessene Elitehengst Benz von Rockefeller stammt ebenso aus der Zuchtstätte von Horst Ebert, wie der Hauptvererber und Elitehengst Buddenbrock von Sixtus. Der in den USA wirkende Blitz und Donner, die Halbbrüder Berlusconi und Banderas, beide aus der Bundeschampionatsfinalistin Bandera gezogen. In jüngerer Zeit die Hengste Giuliani und Ganderas. Dazu eine Vielzahl an Stuten mit klingenden Namen: Bandera, Belle Fleur, Greta, Ballerina und viele mehr tragen den Namen des Züchters Horst Ebert weiter. Über die Jahre seiner züchterischen Tätigkeit hat Horst Ebert sich nicht nur ein Netzwerk geschaffen. Er durfte sich auf ein Netz von ihm freundschaftlich zugetanen Menschen stützen. Heinrich Ramsbrock, über dessen Aufzucht- und Vorbereitungsbetrieb besonders in den ersten Jahren so mancher Hengst aus der Zucht von Horst Ebert seinen Weg zur Körung fand. Hella Kuntz, natürlich, die immer wieder besonders auch die Stuten aus dem Hause Ebert sportlich in Szene setzte. Und Philipp Klingbeil, der so manche Stute auf zentraler Eintragung, Landes- oder auch in Lienen tanzen ließ. In der Familie hielt ihm seine Frau Thekla nicht nur stets den Rücken frei, oft begleitete sie ihren Mann zu Zuchtschauen oder dem Trakehner Bundesturnier. Seit Jahren bereits unterstützt Tochter Isabel die Zucht des Vaters in einer Zuchtgemeinschaft und entwickelt diese auch selber aktiv weiter.
Horst Ebert wurde vielfach ausgezeichnet. Er war Träger der „Siegfried Freiherr von Schrötter-Wohnsdorff-Gedächtnismedaille“, wurde 2011 als „Trakehner Züchter des Jahres“ herausgestellt. Für sein Lebenswerk erhielt Horst Ebert 2023 die „Goldene Ehrennadel des Trakehner Verbandes“ und 2024 den „Dietrich von Lenski-Kattenau-Gedächtnispreis. Was aber vor allem von Horst Ebert bleiben wird ist die Erinnerung an einen verlässlichen, manchmal streitbaren Mann mit Prinzipien und Überzeugungen. Sein verschmitztes Lächeln, wenn wieder einmal eine seiner Stuten als Eintragungssiegerin vom Platz ging und vor allem natürlich die Pferde, die sein Vermächtnis in die Zukunft tragen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und den engen Freunden.

 

Stephan Bischoff (Redaktionsleitung)

Redaktion Züchterforum, Pferdefotograf und Journalist, der sich auch vor unangenehmen Themen nicht scheut. Stets mit einem offenen Ohr für Züchter, Leser und Pferdefreunde.

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