CHIO Aachen: Weltspitze Reiter und exzellente Pferde
Tag sieben von neun des diesjährigen CHIO Aachen. Und auch der Freitag hatte einiges zu bieten. Sowohl für die Dressur- und Springreiter ging es weiter mit spannenden Prüfungen, auch die Vierspänner Fahren konnten im Hindernisfahren ihr Können beweisen und mit der Dressur startete auch für die Vielseitiskeitsreiter das Weltfest des Pferdesports.
In dieser Teilprüfung Dressur hatten gleich zwei Reiter die Nase vorn. Sowohl der Neuseeländer Tim Prince konnte mit seinem Holsteiner Wallach Vitali zu 71,71 Prozent reiten als auch sie sich Berufssoldat am DORK Jérôme Robiné, welcher mit Black Ice punktgleich wie Prince auf dem ersten Platz landete. Am Abend stand dann die Teilprüfung Springen für die Vielseitigkeitsreiter an, in welcher die Karten noch einmal neu gemischt wurden. Den Sieg in der Springprüfung konnte Australier William Levett mit Sligo Candy Cane sichern. Der beste deutsche Reiter war Calvin Böckmann, welcher mit seiner Erfolgsstute Altair de la Cense auf Platz vier rangierte. In der Zwischenwertung des UBS Cups der Vielseitigkeitsreiter liegt Tim Prince jedoch, nach seinem ersten Platz in der Dressur und einer fehlerfreien Runde im Springen, welche zum 20. Platz führte, auf Rang eins. Auf Platz zwei reiht sich Brite Bubby Upton ein (Platz vier in der Dressur und zehn im Springen) vor Tom McEwen (ebenfalls Großbritannien; Platz fünf in der Dressur und 14 im Springen). Als bester Deutscher liegt Jérôme Robiné mit Black Ice noch auf dem vierten Platz, obwohl es im Springen nur zu Rang 27 reichte. Es bleibt also spannend abzuwarten, wie die endgültigen Ergebnisse aussehen werden, wenn die „Buschis“ Morgen mit ihrer Paradedisziplin, dem Cross Country, durch sind.
Spannendes Programm für die Springreiter
Im Hauptstadion startete das Geschehen mit einem Springen für Junge Reiter. Den Sieg schnappte sich eine junge Französin. Alice Laine absolvierte mit ihrem Emerald Sitte den Parcours fehlerfrei und in der schnellsten Zeit. Um elf Millisekunden musste Tony Stormanns (Rheinland) sich ihr geschlagen geben und platzierte sich mit seiner Surprise auf dem zweiten Rang. Platz drei ging an Sterling Malnik (USA). Im folgenden 5*-Spezial Zwei-Phasen Springen lief es auch deutscher Sicht lediglich für Andre Thieme fehlerfrei. Dennoch reichte es für ihn und Castanova H nur für Platz neun. Bei Richard Vogel und United Touch S fielen mehrere Stangen zu Boden, weswegen die beiden auf Rang 14 von 20 landeten. Jörne Sprehe musste mit Sprehe Hot Easy die Prüfung vorzeitig beenden. Aber für den Portguisen Rodrigo Giesteira Almeida lief alles nach Plan, denn gemeinsam mit Stute Karonia.L konnte er zum Sieg reiten.
Den RWE Preis von Nordrhein-Westfalen, ebenfalls eine 5*-Springprüfung, jedoch mit Stechen, konnte Ben Maher gewinnen. Der Brite hatte für dieses hochdotierte Springen auf Point Break gesetzt. Zurecht, wie sich herausstellte, denn den schwierigen Kurs galt es mit viel Geschick und Können zu meistern. „Der Parcours ließ sich nicht sehr angenehm reiten. Aber Point Break war total bei mir und hat zugehört.“, freute Maher sich über seinen Sportpartner. Der griechischen Olympia Athletin Ioli Mytilineou gelang es als einziger „Konkurrentin“ für Maher den Umlauf ebenso fehlerfrei zu meistern. Somit war mit den beiden Reitern ein Stechen zustande gekommen, welches jedoch lediglich Maher erneut ohne Abwurf absolvierte. Demnach platzierte sich Mytilineou auf dem zweiten Rang. Die schnellste Runde mit vier Fehlerpunkten im Umlauf demonstrierte Christian Kukuk mit Chageorge und hatte damit Platz drei sicher.
Als Nachmittags-Höhepunkt jedoch stand noch eine besondere Prüfung auf der Agenda. Einer 5* Jagdspringprüfung über Gräben und Wälle hatten sich 21 Reiter-Pferd-Paare gestellt. Fehlerfrei und am schnellsten unterwegs war hier der Brasilianer Stephan de Freitas Barcha und hatte in 57,56 Sekunden den Sieg sicher. Niederländer Hessel Hoekstra bleib ebenso fehlerfrei, war jedoch gute drei Sekunden langsamer unterwegs und rangierte somit auf Platz zwei. Auch ohne Abwurf blieb Tom Wachmann (Irland). Und ganz zum Schluss der Prüfung wollte einer angreifen, der für seine schnellen Ritte bekannt ist: Richard Vogel. Dafür hatte Richi seinen Phenyo van het Keysersbos gesattelt und auch wenn ihre Zeit überragend gewesen ist (54,05 Sekunden), mussten Richard Vogel und Phenyo acht Fehlerpunkte in Kauf nehmen und reihten sich damit auf Platz vier in dieser Prüfung ein. Nicht ganz so schnell, aber fehlerfrei unterwegs waren Jörne Sprehe und Hickstead White, die mit 66,07 Sekunden noch auf Rang zwölf platziert wurden.
Nachwuchs und Spitzenreiter im Viereck
In der Dressur stand heute die Individuelle Wertung für die Junioren auf dem Programm. Mit einer gelungenen Aachen Premiere konnte Clara Paschertz (Weser-Ems) diese Prüfung für sich entscheiden. Ihr For Gold OLD tanzte zu 71,79 Prozent und schenkte seiner Reiterin die - einzig passende - goldene Schleife. Im 4* Grand Prix Special am Abend konnte eine Aachen-erfahrene Reiterin überzeugen. Ingrid Klimke hatte mit dem Westfalen Hengst Vayron NRW mit 74,12 Prozent die Führung dieser Prüfung sicher. „Ich hatte das Gefühl, er hatte den Special voll auf dem Schirm. Er ist von alleine die langen Seiten langgeschmettert, dass ich bei jeder Trabverstärkung dachte: ,Warte mal kurz!‘ Aber er ließ sich wirklich schön reiten und war voll in seinem Element“, freute sich die Reitmeisterin über das Gefühl, welches de Vitalis-Sohn ihr während des Ritts vermittelte. Henri Ruoste und Tiffanys Diamond hatten sich ebenso steigern können und rangierten mit 73,87 Prozent auf Platz zwei vor Isabel Freese und Total Hope OLD (73,66 Prozent), dem Siegerpaar vom Mittwoch. Der Freitagabend wurde mit dem traditionellen Quadrillen Championat ausgeläutet.