Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde gestartet: Doppelsieg für Dänemark
In Verden sind die FEI WBFSH Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde gestartet. In der Finalqualifikation der sechsjährigen Dressurpferde präsentierten sich 45 Pferde. Dabei siegte der in Dänemark gezogene braune Wallach Faustino G (v. Farrell-Sezuan-Salomon-Wolkenstein II-Golfclub-Wendenburg-Winnetou, Hann. Stamm 222/Danksagerin bzw. Notera, Z. u. B.: Helene Geervliet, Stutteri G./DEN) unter Bettina Jaeger mit der Wertnote 9,26. In Einzelnoten erhielt er die 9,7 für den Trab, 8,5 für den Schritt, 9,3 im Galopp, 9,5 für den Gehorsam und 9,3 für die Perspektive. Schon im vergangenen Jahr hat der Farrell-Sohn auf sich aufmerksam gemacht und Platz vier bei der WM in Verden im Lager der Fünfjährigen belegt. Die Züchterin und Besitzerin Helene Geervliet kennt das Gefühl, WM-Titel zu gewinnen. Quinn G, die sich im vergangenen Jahr ihren dritten WM-Titel gesichert hat, stammt ebenfalls aus ihrer Zucht.“ Seit dem vergangenen Jahr habe Faustino noch mehr Kraft bekommen, sagt die Reiterin Bettina Jaeger. „Deshalb hat der Trab und der Galopp noch mehr an Ausdruck und Balance gewonnen. Er brauchte nur noch ein bisschen Zeit, auch weil er ein großes Pferd mit langen Beinen ist“.
Zweite wurde die Dänenstute Dizzy (v. Donkey Boy-Zack, Z.: Hesselhøj.dk ApS, B.: Helgstrand Dressage). Merita Hagren stellte die Stute vor, die für Trab, Schritt und die Perspektive jeweils eine 9,0 erhielt. Denkbar knapp war die Entscheidung um die Plätze drei und vier. Beide Pferde beendeten die Prüfung mit der Gesamtwertnote von 8,82, so entschied die höhere Note für den Gehorsam über die Rangierung. Beatrice Arturi präsentierte den dunkelbraunen hannoverschen Hengst Sir Gribaldi (v. Secret-All Inclusive/T.-Lauries Crusador xx-Weltmeyer.Wendekreis-Cardinal xx-Duft II-Abhang I, Hann. Stamm 805/Schmugglerin bzw. Dodica, Z.: ZG Aronis/Janßen, B.: Gestüt Sprehe, Löningen-Benstrup) somit auf Rang drei. Platz vier ging an den westfälischen Körsieger V-Power (v. Viva Gold-Fidertanz-Show Star-Florestan I-Argwohn I, Westf. Stamm 220/Addi, Z.: Bernd Goeke, B.: Helgstrand Dressage) unter dem Sattel von Isabell Werth. Für Isabell Werth war der Start in Verden auch eine logistische Herausforderung: Sie reiste aus dem WM-Trainingslager in Warendorf an, stellte V-Power im Viereck vor, fuhr zurück nach Warendorf, stieg dort in den Sattel von Wendy de Fontaine, und fuhr wieder nach Verden, um mit V-Power an der Siegerehrung teilzunehmen. „Außergewöhnliche Pferde brauchen außergewöhnliche Maßnahmen“, betont Isabell Werth mit absoluter Überzeugung. Die zwölf Besten der Qualifikation heute haben sich direkt für das Finale am Samstag qualifiziert. Drei weitere Finaltickets werden im Kleinen Finale am Donnerstag vergeben, so dass die besten 15 der sechsjährigen Dressurpferde im Finale am Samstag aufeinandertreffen und um den Weltmeistertitel wetteifern.
Monique Peutz-Vegter aus den Niederlanden gehörte zum Richterteam bei der Qualifikation der Sechsjährigen und war beeindruckt: „Das war wirklich toll heute. Wir haben sehr gute Pferde gesehen, die sehr gut vorgestellt wurden. Die Harmonie stand im Vordergrund, die Pferde hatten Spaß, sich hier zu zeigen. Wir wollen die Pferde im Gleichmaß sehen. Es muss nicht unbedingt unheimlich viel Vorderbeinaktion sein, es soll vorne und hinten gleichmäßig sein. Das ist das Wichtigste.“ Zum dritten Mal sitzt die Richterin bei der WM der jungen Dressurpferde mit am Richtertisch und betont: „Die Qualität der Pferde war immer da, aber die Ausbildung und Präsentation hat sich enorm verändert. Dadurch sind die Pferde kompletter: Sie traben nicht ‚nur‘ spektakulär, sie traben gleichmäßig, über den Rücken, schön in der Anlehnung, auch der Schritt ist gut, der Galopp gut gesprungen – die Pferde sind ganzheitlich noch besser geworden.“ Morgen, Donnerstag, beginnt um 7.30 Uhr die Qualifikation für die fünfjährigen Dressurpferde. Ab 14.30 Uhr steht das Kleine Finale für die sechsjährigen Kandidaten in der Horse24-Arena auf dem Programm.