WM-Finale der siebenjährigen Dressurpferde: Niederländische Aufholjagd
41 Starterpaare waren bei den Siebenjährigen angetreten, die besten 15 schafften den Sprung ins Finale. Bei den Siebenjährigen kommen neben den Standardbewertungen für die drei Grundgangarten, Durchlädssigkeit und Perspektive auch die Bewertungen der Richter bei H und B für die technische Ausführung hinzu, so dass es hier durchaus zu der einen oder anderen ungeahnten Verschiebung kommen konnte.
So machte die braune KWPN-Stute Odi Murona (v. Farrell-Johnson-Vincent-Zaire, NL-merrielijn 213, Z.: Jo van de Broek) unter Tessa Kole nach Platz drei im Finale noch mal einen großen Sprung nach vorn: Mit 9,5 für Trab, Durchlässigkeit und Perspektive führte das zu einem Total Score von 83,429 Prozent. Die kommentierende Richterin Monique Peutz-Vegter war begeistert: So möchten wir Pferde präsentiert bekommen!“ Tessa Kole später bvor der Presse: „Ich reite sie seitdem sie drei war. Ich habe sie schon in einigen Jungpferdeprüfungen und auch in der Stutenleistungsprüfung geritten und sie ist einfach immer toll. Sie hat eine wunderbare Einstellung. Sie war das erste Mal in einer so großen Arena, aber sie war absolut konzentriert.“ Fünfjährig hatte die Stute ein Fohlen.
An zweiter Stelle (83,115 %) stand ein schwarzer Hannoveraner, Sieger der Qualifikation: Der vom Westfälischen Pferdestammbuch gekörte Hengst Secret Agent (v. Secret-De Niro-Stedinger-Calypso II-Domspatz-Monolith, Hann. Stamm 866/Fechtspange, Z.: u. B.: ZG Nicole und Friedrich Sievers, Gifhorn) mit seiner Besitzerin, der britischen Olympiareiterin Charlotte Dujardin. Im Trab mit 9,6 und im Galopp und Durchlässigkeit mit 9,5 bewertet, gab es – wie in der Qualifikation – im Schritt lediglich 7,0 – und das reichte am Ende nicht ganz für gden Sieg.
„Ich habe Secret Agent gekauft, als er zwei war, und reite ihn seitdem er drei war“, erzählt Charlotte Dujardin. Secret Agent ist zwar ein gekörter Hengst, aber er steht nicht im Deckeinsatz. Charlotte hat lediglich einige Samenportionen von dem ihm eingefroren, ansonsten konzentriert er sich ganz auf den Sport. „Ich liebe dieses Pferd wirklich, ihn und seine Möglichkeiten, seinen unglaublichen Charakter und die Art wie er sich ausbilden lässt. Ich habe noch nie ein Pferd geritten, das von Natur aus so geschmeidig und elastisch ist. Er bringt mich jeden Tag zum Lächeln.“ Der Hengst sei bisher nur auf sehr wenigen Turnieren gewesen, darunter die diesjährige britische Meisterschaft für siebenjährige Pferde, die er gewann, und habe sicher noch nie so eine Arena oder Atmosphäre erlebt wie in Verden. „Das Tolle ist: Wir haben eine so immense Partnerschaft. Ich vertraue ihm zu 100 Prozent und ich wusste, er wird da drinnen in der Arena sein Bestes geben.“ Es seien noch etwas ‚grüne‘ Momente in der Aufgabe gewesen, aber für die wenige Erfahrung habe er sich wunderbar bewiesen. „Ich freue mich sehr über seine Prüfung heute, aber das Ziel ist mit diesem Pferd ein anderes, das Ziel ist der Grand Prix-Sport.“ Auf Platz drei folgte die dänische Vize-Weltmeisterin des vergangenen Jahres: Brandtbjergs Divya (v. Hesselhoej Donkey Boy-Don Olymbrio-Zack-Romancier-Mago xx-Lavallo, Hann. Stamm 425/Arpunda, Z.: Brandtbjerggaard/Familie Buhl). Maibritt Rosenkilde kaufte die Stute nach ihrem WM-Erfolg im vergangenen Jahr, seither sitzt die jetzt 20-jährige Theresa Rosenkilde in ihrem Sattel und stellt sie auch bei der WM vor. „Sie ist so ein tolles Pferd und sie hat sich in der Arena voll auf mich konzentriert. Ich bin so happy.“ Das Ziel sei gewesen, bei der WM dabei zu sein, Platz zwei in der Qualifikation sei einfach nur unglaublich. Mit großem Gleichmaß wurde die Qualität der Stute beurteilt, zwischen 8,5 und 9,0, die Endwertung betrug somit 80,979 Prozent.
Auf Platz vier landete der Hannoveraner Dunkelfuchs Belcanto HB (v. Bemcio-Rascalino-Weltmeyer-Golfclub-Wendenburg-Winnetou-Einblick-Lugano I, Hann. Stamm 853/Sudette, Z.: Helmut Bäßmsann, Meitze) mit der Portugiesin Matilda Galiza Mendes; ein bunter Dunkelfuchs mit enormen Möglichkeiten in der Bewegung.
Von den 15 Finalisten stellten die Hannoveraner sechs Finalisten, drei vertraten das KWPN (Niederlande), zwei hatten Abstammungspapiere vom Oldenburger Verband, je ein Pferde kam aus Schweden, Dänemark Holstein und aus der Schweiz.