WM Aachen: Richard Vogel und United Touch S melden sich zurück
Besser hätte dieser erste Umlauf der WM in Aachen aus deutscher Sicht nicht enden können: Auch Richard Vogel und United Touch S blieben zum Abschluss fehlerfrei und machten damit die vierte deutsche Nullrunde perfekt.
Vor allem für Richie Vogel selbst dürfte sich diese Runde wie eine kleine Wiedergutmachung angefühlt haben. Nach dem ärgerlichen Fehler im gestrigen Zeitspringen war Vogel hart mit sich ins Gericht gegangen. Einen Tag später präsentierten sich der 29-Jährige und sein Ausnahmehengst wieder in gewohnt starker Form. Dabei konnte Vogel vergleichsweise befreit in den Parcours einreiten. Seine drei Teamkollegen hatten bereits fehlerfreie Runden vorgelegt, das deutsche Mannschaftsergebnis stand damit fest. Und diese Ausgangslage wusste der Europameister zu nutzen. United Touch S sprang wieder mit seiner gewohnten Leichtigkeit und enormen Übersicht über die mächtigen Hindernisse – am Ende stand die vierte Null für Deutschland auf der Anzeigetafel. „Heute konnte ich mit wenig Druck und sehr viel Freude reiten. Dank meiner Teamkollegen, die nicht besser hätten abliefern können. Trotzdem konnte ich United ein deutlich besseres Gefühl geben als gestern“, zeigte sich Vogel zufrieden.
Damit könnte die Ausgangslage vor der morgigen Medaillenentscheidung kaum besser sein. Deutschland führt die Teamwertung mit 3,48 Punkten vor den USA mit 4,85 Punkten an. Dahinter liegen Belgien und Italien mit jeweils 7,69 Punkten gleichauf auf Rang drei. Entschieden ist damit allerdings noch lange nichts. Denn dahinter lauert bereits die nächste Konkurrenz: Auch Großbritannien, Frankreich, Schweden, die Schweiz, Dänemark und Irland haben den Sprung in den entscheidenden zweiten Umlauf geschafft – und damit weiterhin Chancen im Kampf um die Medaillen.
Morgen Abend um 18.50 Uhr fällt unter Flutlicht die Entscheidung. Gerade einmal gut acht Punkte liegen damit zwischen Deutschland an der Spitze und den Iren auf Rang zehn – bei einem Abwurf von vier Punkten kann sich das Bild im zweiten Umlauf noch einmal kräftig verschieben.
Hinners beste Deutsche
Auch in der Einzelwertung bleibt es denkbar knapp. Die Führung hat nach dem ersten Nationenpreis-Umlauf der Brite Scott Brash mit seiner Newcomerin Hello Mango und 0,80 Punkten übernommen. Hauchdünn dahinter folgt Sophie Hinners mit Iron Dames Singclair auf Rang zwei (0,84 Punkte). Auf dem geteilten dritten Platz liegen der Schweizer Steve Guerdat mit Dynamix de Belheme und Daniel Deußer mit Otello de Guldenboom – beide mit 0,86 Punkten. Marcus Ehning und Coolio liegen auf Rang zehn, Richard Vogel und United Touch S haben sich nach ihrer heutigen Nullrunde auf Platz 23 vorgekämpft. Wie schnell sich das Blatt bei dieser WM wenden kann, zeigt Julien Epaillard: Gestern noch Führender der Einzelwertung, rutschte der Franzose nach zwei Fehlern im heutigen Umlauf bis auf Rang 64 ab.