Warendorf: Die ersten „Dressursiege“ an Benjamin Franklin und Baila van der Rosi
Kopf-an-Kopf-Rennen bei den fünfjährigen Dressurpferden.
Die Al Shira’aa Bundeschampionate sind nun in vollem Gange – heute starteten auch die Dressurpferde in die Warendorfer Turniertage. Bei den fünfjährigen Dressurpferden setzten sich Benjamin Franklin unter dem Sattel von Janina Tietze sowie an die Spitze des stark besetzten Starterfeldes mit 65 Teilnehmern.
Der Imposante und die leichtfüßige Ballerina – so konnte man die beiden Sieger der Finalqualifikation für die fünfjährigen Dressurpferde beschreiben. Am Ende begeisterten beide Sieger auf ihre Weise. Die Tageshöchstnote erzielte der Celler Landbeschäler Benjamin Franklin unter dem Sattel seiner Ausbilderin Janina Tietze. Damit knüpfte der frisch gekürte Hannoveraner Champion der fünfjährigen Dressurpferde nahtlos an seine bisherigen Erfolge an. Der Bon Vivaldi-Royal Blend-Nachkomme aus der Zucht von Wilhelm Kamps war bereits im vergangenen Jahr als Vize-Bundeschampion der vierjährigen Hengste nach Hause gereist. In diesem Jahr scheinen die beiden Großes vorzuhaben. Bereits in der Trabtour präsentierte sich der Hengst enorm präsent und imposant, überzeugte mit einer Taktsicherheit , einem Metronom gleichend, bei guter Bewegungsmechanik. Die Trabtour, wie aus einem Guss, führte zur Traumnote von 9,3. Im Schritt blieb Benjamin Franklin heute vielleicht noch etwas schüchtern, überzeugte dennoch mit gutem Takt und Fleiß (8,6). Die imposante Bewegungsmechanik aus dem Trab setzte sich im Galopp fort. Dieser präsentierte sich toll ins Bergauf gesprungen, wobei Janina Tietze viel Gefühl bewies. So zeigte sich der Hengst besonders zu Beginn der Galopptour nicht ganz losgelassen. Die tolle Art zu galoppieren führte zu einer 8,8. In der Durchlässigkeit wurde mit einer 8,6 bewertet. Hinzu kam die glatte 9 für den Gesamteindruck, woraus sich eine Endnote von 8,86 ergab. Damit sicherte sich das sympathische Duo den Sieg in der ersten Abteilung.
Sophie Jamar und Baila van der Rosi machten zum Prüfungsabschluss die Entscheidung bei den fünfjährigen Dressurpferden noch einmal spannend. So rollten sie das Feld im wahrsten Sinne des Wortes von hinten auf. Die Bon Courage-Tochter ist ein ganz anderer Pferdetyp als Benjamin Franklin. Baila van der Rosi (v. Bon Courage-Rock Forever, Z.: Claudia Wolpert) ist eher eine leichtfüßige Ballerina und möchte „in der Ruhe glänzen“. Die baden-württembergisch gezogene DSP-Stute brillierte bereits in der Trabtour mit enorm viel Gleichmaß und tollem Abfedern (8,7). Das nächste Highlight folgte im Schritt: Dieser präsentierte sich sehr aktiv, an die Hand heranschreitend, bei gutem Vor- und Übertritt und klarem Takt (8,8). Wenn man meckern wollte, dürfte die Stute hier noch besser aus der Schulter rausschreiten. Der Galopp zeigte sich gut ins Bergauf angelegt bei aktivem Durchsprung (8,4). Doch ein Aspekt überzeugte über die gesamte Prüfung: die hohe Losgelassenheit und Durchlässigkeit von Baila van der Rosi, die in der Note für die Durchlässigkeit und in der Note für den Gesamteindruck verdient jeweils mit einer 8,8 belohnt wurde. Unterm Strich stand eine Endnote von 8,7 und der Sieg in der zweiten Abteilung.
Die weiteren Platzierten folgten hinter dem Spitzenduo dicht gedrängt. So komplettierten Carola Koppelmann mit der imposanten Hannoveranerin Viva Weltina (v. Viva Gold-Dante Weltino, Z.: Marietta Kappelhoff-Dorenkamp) (8,68) und Ricarda Mombach mit dem Hannoveraner Louboutin (v. Las Vegas-Feinrich, Z.: Eva Krijnen) (8,54) in der ersten Abteilung das Podest. In der zweiten Abteilung folgten Wibke Hartmann-Stommel mit der Oldenburger-Stute Zinderella (v. Zenon-Grey Flanell, Z.: Gestüt Lewitz) (8,56) und Silvia Busch-Kuffner mit St. Anima (v. Secret-Benetton Dream, Z.: Siegfried Kusel) (8,52) auf den Plätzen zwei und drei. Nun ziehen die besten zwölf Paare direkt ins Finale am Samstagnachmittag ein.