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von Mona-Sophie Wieland am Samstag, 29.08.2026 um 15:56

Warendorf: Eine wahre Lady tanzt zum Sieg bei den fünfjährigen Dressurpferden

Hannover gleich zweimal in Front im Finale der fünfjährigen Dressurpferde

Carola Koppelmann und Viva Weltina führen das Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde an.  /  © Kiki Beelitz

Neuer Tag, neues Glück – oder auch: Finalprüfungen haben ihre eigenen Gesetze und bei Deutschlands besten Dressurpferden entscheidet am Ende dann auch die Tagesform und im wahrsten Sinne des Wortes Nuancen. „Das war eine Vorstellung, die sicherlich noch häufig in Schulungen vorkommen wird. Sie verbindet ziemlich das, was wir hier sehen wollen – Reitausbildung, Harmonie, Vertrauen und Mentalität“, begann Nicole Nockemann ihren Kommentar und brachte dabei die Siegerrunde der neuen Bundeschampionesse Viva Weltina (v. Viva Gold-Dante Weltino, Z.: Marietta Kappelhoff-Dorenkamp) unter dem Sattel von Carola Koppelmann treffend auf den Punkt.

Bereits die Trabtour gab einen Vorgeschmack auf das, was sich durch die ganze Vorstellung von Viva Weltina und Carola Koppelmann zog: Natürlichkeit mit sportlichem Engagement. Sicherlich gibt es Pferde mit noch gewaltigerer Bewegungsmechanik, aber das Gleichmaß und die Taktsicherheit, gepaart mit einer ganz sicher getragenen Hinterhand, muss man der Viva Gold-Tochter erst einmal „nachmachen“. Die beiden zelebrierten die Trabtour und damit verbunden die verschiedenen Tempi regelrecht, so griffen die Richter hier mit einer 9,6 das erste Mal tief in die Notenkiste. Der Schritt präsentierte sich von Anfang bis Ende super an die Hand dehnend bei klarem Takt. Für noch höhere Noten, wie eine 8,6, hätte sich ein noch besserer Vor- und Übertritt zeigen müssen. Im Galopp setzte sich dann die hohe Bereitschaft zur Lastaufnahme fort. Viva Weltina verfügt über einen „praktischen“ Galopp, der sich auch in den Außengalopp-Reprisen bereits gut ausbalanciert und insgesamt gut geradegerichtet präsentierte (9,3). Ein absolutes Highlight, man hat es sicherlich schon bemerkt, bildete aber die Durchlässigkeit und die altersgemäße Bereitschaft, die Lektionen der Klasse auszuführen. Viva Weltina war die gesamte Prüfung immer bei ihrer Reiterin, hörte zu und präsentierte sich super ausbalanciert mit einem vorbildlichen Seitenbild, ja, eine Durchlässigkeit, die eben keine Wünsche offen ließ, oder wie es Nicole Nockemann zusammenfasste: „Das war Reitkultur auf allerhöchstem Niveau. Die alten Reitmeister haben es schon treffend formuliert, wenn’s gut aussieht, ist es meistens auch gut.“ So war das bei Viva Weltina und Carola Koppelmann. Der Lohn: Die Traumnote 9,7 in der Durchlässigkeit sowie eine 9,5 im Gesamteindruck. Daraus resultierte eine Endnote von 9,34, was am Ende den Titel bedeutete.

Fast schon bitter wurde es für den Sieger der Finalqualifikation, Benjamin Franklin. Der Hengst (v. Bon Vivaldi NRW-Royal Blend) aus der Zucht von Wilhelm Kamps und unter dem Sattel von Janina Tietze hätte den Titel im Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde wahrlich auch verdient und in den Noten für die Grundgangarten lag er auch vor der späteren Bundeschampionesse Viva Weltina. Doch nun kommt das kleine „Aber“ oder eher zwei Schönheitsfehler, die anfangs angesprochenen Nuancen, die schlussendlich über den Titel entschieden. So schlichen sich heute bei Benjamin Franklin und Janina Tietze im Rechts-Außengalopp ein kurzer Balanceverlust mit einem gleichzeitig gesprungenen Galoppsprung sowie ein nicht ganz gleichmäßiger einfacher Galoppwechsel ein. Zwei Kleinigkeiten, die bei einem fünfjährigen Dressurpferd auch einfach passieren können. Doch diese machten in der Note für die Durchlässigkeit kleine Abstriche und führten hier zu einer 8,8. Demgegenüber standen einfach überdurchschnittliche Grundgangarten. Für die unglaublich ausdrucksstarke Trabtour mit toll herausgearbeiteten Tempi gab es die 9,7. Für den Schritt, der sich klar geregelt und gut durch den Körper schreitend präsentierte, gab es die 8,8. Ein Highlight bildete aber der super energisch ins Bergauf gesprungene Galopp mit tollem Bodengewinn in den Verstärkungen, was mit einer 9,6 bewertet wurde. Hinzu kam eine 9,5 im Gesamteindruck, woraus eine Endnote von 9,28 resultierte. Damit wurde Benjamin Franklin der bejubelte Vizebundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde. Auf Rang drei folgte Westfalen, genauer gesagt die Französin Justine Ludot mit dem bildhübschen, lackschwarzen Hengst Le Noir (v. Life Time-Desperados, Z.: Antonius Richter). Als erstes Starterpaar setzten sie mit einer Endnote von 8,86 eine erste Messlatte. Die Vorstellung der beiden war von Elastizität und Leichtfüßigkeit geprägt.

Ricarda Mombach mit Louboutin (v. Las Vegas-Feinrich, Z.: Eva Krijnen) (8,84) und Tessa Frank mit Marco Polo di Fonteabeti (v. Jovian-Franklin, Z.: Soc.Agricola Allevamento Fonteabeti) (8,82) komplettierten die Top5. Zwei Pferde, die mit viel Bewegungsmechanik zu begeistern wussten. Dahinter folgten Danica Duen mit Gut Neuenhof’s Maxima NRW (v. Maxim-Estobar, Z.: Gestüt Gut Neuenhof) (8,74) und Silvia Busch-Kuffner mit St. Anima (v. Secret-Benetton, Z.: Siegfried Kusel) (8,74).

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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