Trauer um Lutz Goessing
Der frühere Vielseitigkeits- und Springreiter Ludwig „Lutz“ Goessing (Steinhagen/Westf.) ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Lutz Goessings reiterliche Karriere begann im Vielseitigkeitssattel. In dieser Disziplin war er 1966 und 1967 jeweils Deutscher Meister und gewann bei den Olympischen Spielen 1972 in München zusammen mit Harry Klugmann, Karl Schultz und Horst Karsten die Bronzemedaille. Ab 1973 verschrieb er sich ganz dem Springsport, bestritt unter anderem 13 Nationenpreise für Deutschland und machte sich als Züchter und Reíter der zweimaligen (1985 und 1986) Bundeschampionesse Rosella G (v. Ramiro-Sacramento xx-Heidekrug-Dorilas-Loretto, Holst. Stamm 242) einen Namen. Die Stute war später mit Ludger Beerbaum erfolgreich. Schon Rosellas 1957 geborene Großmutter Heika (alias Romanze) war Springpferd im Stall Goessing. 151 bei der FN registrierte Pferde hat er gezüchtet, deren erfolgreichstes war Lovely Dancer G (v. Lombard-Gepard-Roman-Cottage Son xx-Figaro, Holst. Stamm 4591), ein Enkel seiner langjährigen Erfolgsstute Rocca, unter Heinrich Wilhelm Johannsmann. Gemeinsam mit seiner 2011 verstorbenen Ehefrau Christa betätigte Lutz Goessing sich viele Jahre lang als Mäzen und Förderer des Pferdesports, unterstützte Reiter wie Heinrich-Hermann Johannsmann, Susanne Behring und vor allem Mylene Diederichsmeier (heute Nagel), die in Steinhagen nicht nur ihre Ausbildung absolvierte, sondern mehrere Jahre die Pferde des Stalls auf Turnieren vorstellte. Im April 2010 übernahm Tim Rieskamp-Goedeking die Reitanlage der Familie Goessing. Für seine Verdienste wurde Lutz Goessing mit dem Friedensreiterpreis des Westfälischen Reitervereins und 2008 mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ausgezeichnet.