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von Claus Schridde am Freitag, 06.09.2024 um 21:21

Dreijährige Hengste in Warendorf

Aus acht mach sechs...

Mon Chateau heißt der Sieger der Finalqualifikation der dreijährigen Hengste.  /  © Bischoff

Wer anno 2024 mit einem dreijährigen Reitpferdehengst in Warendorf antrat, der hatte so gute Chancen wie nie zuvor, einen Finalisten mitgebracht zu haben: Ganze acht Starter standen sechs zu vergebenden Finalplätzen gegenüber. Am Ende hatte der Oldenburger Dunkelfuchs Mon Chateau (v. Morricone I-Don Romantic-Duntroon-Aktuell-Guter Gast xx-Forscher, Oldbg. Stamm 104/Gula, Z.: Heinrich Reinke, Vechta) mit Shereena Satzer die Nase vorn. Bewertungen zwischen 8,0 und 9,0 ergaben die Endnote 8,6. Rang zwei (8,4) ging an Bentheim (v. Belvedere-Rock Forever I-Rosenkavalier-Angelo xx-Donar, Westf. Stamm 454, Z.: Jürgen de Baey, Lemgo), dessen Großmutter Vollschwester der Hengste Rubinstein I und II ist. Vorgestellt wurde Bentheim von Danica Duen für das Gestüt Gut Neuenhof. Position drei (8,2) besetzte Hermann Burger mit dem schwarzen Hannoveraner Majestic Day (v. Majestic Taonga-Desperados I-Brentano II-Gletscher-Lungau-Woldemar, Hann. Stamm 1160, Z.: Anna Genfors), der letztes Jahr in Redefin gekört worden war.

Die Plätze vier (8,1) und fünf (8,0) belegten mit Vienna Ninja/Daniela Graé und Vitastic OLD/Kira Wegmann zwei mit jeweils sparsamen Trabbewegungen (7,5) ausgestattete Söhne des Viva Gold, von dem man grundsätzlich eine Vormachtsstellung bei den Vierjährigen hätte erwarten dürfen, hatte er doch in der Körsaison 2022/2023 die Szene dominiert wie noch nie ein Hengst vor ihm: Zwei Sieger, zwei Reservesieger, etliche Prämienhengste und weitere Gekörte, von einer großen Anzahl in Frage kommender Stuten und Wallache mal ganz abgesehen. Doch Präsenz beim Bundeschampionat oder besonders auffallende HLP-Resultate? Bisher Fehlanzeige. Und auch bei den Stuten und Wallachen sowohl drei- als auch vierjährig genau null Teilnehmer.

Den sechsten Finalplatz (7,9) belegte der Westfale Du weißt schon wer (v. Dynamic Dream-Bellissimo M) mit Dries van Dyck, bei dem das Publikum zur Notenverkündung gellend pfiff. Richter Jürgen Uthoff, ließ sich spontan ein MIkrofon reichen und erklärte: "Der Hengst ging in weiten Teilen der Aufgabe deutlich zu eng und ließ phasenweise auf der linken Hand die Zunge sehen!" Gut Erklärung, mit Applaus honoriert.

Nie zuvor gab es so wenige Teilnehmer bei den dreijährigen Stuten und Wallachen (15) sowie bei den drei- und vierjährigen Hengsten (acht bzw. elf). Nun ist es ja nicht so, dass an gekörten drei- und vierjährigen Hengsten deutschlandweit Mangel herrscht. Im Gegenteil: Gekört wird gefühlt das Fünffache des tatsächlichen gegenwärtigen Bedarfs. Die Hengsthalter kann man fast verstehen: Die erschlagende Omnipräsenz eines bestimmten Unternehmens in den letzten Jahren hat vielfach zu der Erkenntnis geführt, nicht als "Kanonenfutter" nach Warendorf reisen zu wollen. Nun war das besagte Unternehmen zwar in diesem Jahr überhaupt nicht am Start, aber der Schaden ist angerichtet. Das Notenniveau war ebenfalls so niedrig wie nie zuvor; rekordverdächtig war keiner der Kandidaten. Bleibt zu hoffen, dass sich das die nächsten Jahre wieder zum Positiven einpegelt.

Danica Duen ritt heute den amtierenden Westfalen Champion, Bentheim auf Rang zwei.  /  © Bischoff

Claus Schridde (Redaktion)

Zuchtexperte, Fachjournalist, Züchter und Pferdemann durch und durch, mit schier unendlichem hippologischem Fachwissen bereichert er jede ZÜCHTERFORUM-Ausgabe, auch als Richter und „Mikrofon-Stimme“ bestens in der Szene bekannt.

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