Warendorf: Pommery Look OLD in einer eigenen Liga
Vierjährige Stuten und Wallache
Mit einem großen Aufgebot von 29 Startern ging die Qualifikation der vierjährigen Stuten und Wallache über die Bühne, und es war gewissermaßen ein Start-Ziel-Sieg, denn die beiden wertnotenhöchsten Pferde gingen beide in der ersten Startergruppe. Der Sieg ging an Alina Schneider (RuFV. Lohne) mit der Oldenburger Stute Pommery Look OLD (v. Florida TN-Sir Donnerhall I-Lavauzelle AA-Inschallah AA-Praefectus xx-Lak ox, Z. u. B.: Christine Arns-Krogmann, Lohne) mit der sagenhaften Endnote von 9,37. Im Galopp gab es die Traumnote 10, auch Trab (9,4) und Rittigkeit (9,5) waren am Optimum orientiert. Die Dunkelbraune spielte soit in einer eigenen Liga und war zuvor auch Oldenburger Reitpferdechampionesse in Höven gewesen und stammt aus einem russischen Vollblut-Araberstamm. Eine gute halbe Note dahinter (8,81) rangierte Thomas Schulze mit der braunen Westfalenstute Spezialeffekt (v. Segantini-Lemony’s Nicket-Scolari-Laureus-Diamantino-Gottwalt-Römer, Westf. Stamm 466/Nixe, Z. u. B.: ZG Wehr u. Schulze, Georgsmarienhütte). Trab und Rittigkeit wurden hier mit 9,0 bewertet. Wie schon bei den Dreijährigen, so wurden auch bei den Vierjährigen die Gebäudebeurteilung vom Vortag mit der Funktionalität des Körperbaus unter dem Reiter addiert und dann durch zwei geteilt. Das hatte beispielsweise bei Spezialeffekt den speziellen „Effekt“ (Achtung, Wortspiel!), das das Gebäude mit 8,0 bewertet und die Funktionalität als Reitpferd mit 9,5. Das ist umso höher zu bewerten, als dass Thomas Schulze, der vom Größenverhältnis nur bedingt auf die mittelrahmige Stute passt, das Pferd reiterlich exzellent vorgestellt hat. Ein absoluter Hochgenuss.
In früheren Zeiten war es stets so, dass die Gebäudebeurteilung nach der reiterlichen Vorstellung stattfand, und noch ein anderer Fall in dieser Prüfung bestätigte geradezu exemplarisch, dass das vorherige Modell (Erst Reiten, dann Gebäude) vielleicht doch nicht ganz so schlecht war. Da gab es einen Fuchswallach, der bei der Gebäudebeurteilung als nahezu perfekt (9,5) entlassen wurde, dann durchaus von erstklassiger Reiterhand präsentiert, hinsichtlich der Funktionalität aber zweieinhalb Noten darunter (7,0) rangierte und in der Rittigkeit 6,9 erhielt. Das führt die mit viel Aufwand separat am Vortag der Prüfung betriebene Gebäudebeurteilung direkt ad absurdum. Rang drei (8,76) ging an die Vorjahres-Championesse der Dreijährigen, Be My Sunshine NRW (v. Benicio-For Dance-Ehrenstolz-Laurentianer-Fagott-Frühlingsrausch, Hann. Stamm 888/Königsseele bzw. Wolke, Z.: Josef u. Christiane Ulmker) mit Christiane Ulmker (ZRFV. Huberus Neuenkirchen) im Sattel.
Zweimal Fair Deal
Platz vier (8,71) erzielte Leslie Rohrbacher (Iserlohn) mit der schwarzbraunen Hannoveraner Stute Salvina (v. Santos-Finest-Don Frederico-Londonderry-Weltmeyer-Werther-Waldhorn-Eljen, Hann. Stamm 1011/Napa, Z. Hartwig Bulle, Cuxhaven-Lüdingworth). Rang fünf (8,7) ging an die Dänin Mette Sejbjerg mit dem Hannoveraner Fair Game (v. Fair Deal-Escolar-Licotus-Don Bosco-Archipel, Hann. Stamm 158/Anweisung bzw. Colonne, Z.: Ingo Könemann) . Der Moritzurger Landbeschäler Fair Deal war noch mit einem weiteren Nachkommen vertreten, und zwar mit der in Sachsen-Thüringen gezogenen DSP-Stute Fenya-Fee (M. v. Millennium/T.-Gipsy King/T.-Werenfels-Distrkt-Ralf/T., Z.: Dirk Schmidt) mit Laurien Martin (Gebroth) an siebter Stelle 8,52). Dazwischen rangierte a sechster Stelle (8,7) Moritz Gehrmann (Gestüt Brodersdorf) und die pompös aufgemachte Oldenburger Stute Emma Gold OLD (v. Bon Vivaldi NRW-Rohdiamant-Ex Libris-Grundstein II-Futuro-Makuba xx, Oldbg. Stamm 46/Edoste, Z.: Heinz Ahlers, Hatten). Auch Rang acht und damit der letzte Finalplatz ging erneut an ein Oldenburger Pferd, und zwar an den von Sina Aringer (RFV. Ostbevern) präsentierten großrahmigen Rappwallach Soul Mate XT OLD (v. San Amour I-Foundation-De Niro-Watzmann-Absatz-Julius Caesar xx-Agram, Hann. Stamm 756/Pille, Z. u. B.: Dr. Stefan Tietje), dessen Urgroßmutter Weserkrone Vollschwester zu Franke Sloothaaks Olympiapferd Walzerkönig gewesen ist.
Die Plätze neun und zehn gingen an Töchter der Hengste Bonds und Lord Leopold aus Oldenburg bzw. Rheinland-Pfalz-Saar. Unverändert verwirrend ist die Vergabe von Zehntelnoten in den Reitpferdeprüfungen. Diese Methode wurde vor über 40 Jahren abgeschafft, damals mit der klaren Begründung, Mauscheleien abzuschaffen und klare Entscheidungen zu begünstigen. Diese „Rolle Rückwärts“ ist nur schwer vermittelbar und sorgte mehrfach für Verwirrung und Unverständnis.