Warendorf: Viva las Vegas sorgt für Szenenapplaus
Hannover stellt auch den Champion der sechsjährigen Dressurpferde.
Last but not least standen die sechsjährigen Dressurpferde an und was soll man sagen: Es kam zum Abschluss noch einmal zu richtig brodelnder, gar begeisterter Stimmung für den Dressursport und die tollen Nachwuchspferde. Allen voran begeisterte Charlott-Maria Schürmann mit Viva las Vegas (v. Viva Gold-Foundation, Z.: Reinhard Baumgartner).
„Charlott, wow, ich muss mich erstmal sammeln“, begann Nicole Nockemann ihren Kommentar. Der Trab zeigte sich mit unglaublicher Bewegungsmechanik und ganz viel Dynamik, stets mit viel Go aus dem Hinterbein. „Zwei, drei Momente kam es zu kurzen Balanceproblemen. Wenn sich das Eisen greift, dann ist das Hinterbein etwas früh am Vorderbein. Das benötigt noch mehr Losgelassenheit“, erläuterte Nicole Nockemann, die das aber sofort als Meckern auf höchstem Niveau einordnete, und so stand im Trab eine 9,3. Der Schritt zeigte sich im starken Schritt fleißig schreitend, wenn auch nicht mit dem größten Übertritt. Besonders im Mittelschritt benötigt es noch mehr Gelassenheit (8,0). Ein wahres Highlight bildete der Galopp: immer ins Bergauf, runder Durchsprung, immer kraftvoll aus der Hinterhand mit der benötigten Hankenbeugung. Die Schwebephase wurde ebenfalls sehr ausdrucksvoll gezeigt und verlängerte sich in den Verstärkungen vorbildlich. Hinzu kamen vier sehr sichere fliegende Galoppwechsel (9,5). In der Durchlässigkeit stand die glatte 9, wobei eine 9,5 im Gesamteindruck hinzukam. Das ergab die Endnote von 9,06. „Man hat das Gefühl, dass er unter allen vier Füßen Sprungfedern hat. Dieses Pferd hat Charakter für eine 12, obwohl er Hengst ist, ist er ein richtiger Schatz“, schwärmt Charlott-Maria Schürmann, die den Hengst für Anne Haggenmüller entdeckt hat und nun ausbildet. „Charlott hat Viva las Vegas alleine ausprobiert und nach einer Runde gesagt, das ist er. Ich konnte zu dem Zeitpunkt selbst nicht reiten, weshalb wir Charlott komplett vertraut haben“, beschreibt die Besitzerin Anne Haggenmüller, die den charmanten Hengst irgendwann dann auch selbst übernehmen möchte.
Erneut eine Runde wie aus einem Guss gelang Kira Laura Soddemann mit Fiete (v. Fashion in Black-Rock Forever, Z.: Robert Drenker). Auch dieses Duo sorgte verdient für Szenenapplaus. Der Sympathieträger der letztjährigen Entscheidung der fünfjährigen Dressurpferde, wobei der Westfale damals zur Bronzemedaille getrabt war, hat über den Winter mühelos den Sprung in die nächste Klasse geschafft. Vor wenigen Wochen avancierte er zum Westfalenchampion und lieferte eine Runde, die besonders in puncto Durchlässigkeit kaum zu übertreffen war. Durchgehend tolles Seitenbild sowie hohe Taktsicherheit und viel Gleichmaß prägten die Vorstellung. Der Trab präsentierte sich sehr kraftvoll und energisch mit einem sicheren Seitenbild. Wenn man meckern wollte, wurden die Verstärkungen im Trab heute teilweise etwas eiliger (8,7). Schritt zeigte sich gleichmäßig, gut schreitend und an die Hand dehnend (8,8). Der Galopp präsentierte sich erneut mit energischem Abdruck ins Bergauf. Auch hier zeigte sich teilweise die Frequenz zu hoch. Die ersten drei Wechsel präsentierten sich sehr sicher und präzise (8,6). „Die Einstellung und auch die Präsenz im Viereck sind außergewöhnlich gut“, erläuterte Nicole Nockemann und so gab es in der Durchlässigkeit und im Gesamteindruck die Noten 8,8 und 9,0. Schlussendlich ergab sich eine Endnote von 8,78. Bronze ging an Zoe Marie Hachmeier mit dem Hannoveraner Sparky (v. Secret-Dr. Watson, Z.: Sabrina Redelmann) (8,56). Dieses Paar punktete besonders im Galopp (8,8). Lena Hassmann mit Bon Benito (v. Bon Courage-Royal Blend, Z.: Wilfried Putz) (8,54) und Eva Möller mit Globall OLD (v. Global Player-Fürstenball, Z:: Arnold Wegbünder) (8,28) komplettierten die Top5.